Nachbarn feiern gemeinsam

Steffen Letmathe
Gefeiert wurde beim Nachbarschaftsfest des  türkischen Kulturvereins.
Gefeiert wurde beim Nachbarschaftsfest des türkischen Kulturvereins.
Foto: WAZ Fotopool

Gelsenkirchen. Der Kulturverein Tugra Kültür Merkezi in Bulmke-Hüllen setzte mit seinem alljährlichen Nachbarschaftsfest ein Zeichen für Integration und Solidarität. Der Höhepunkt des Wochenendes: Die Blindenfußballer aus der Feldmark spielten gegen sehende Amateure. OB Baranowski pfiff das Spiel an.

Die eigentlichen Stars des Tages aber waren die Blindenfußballer vom VfB Gelsenkirchen, zeigten sie doch, was Menschen mit Handicap schaffen können. Den Ball mit der Klingel eng am Fuß geführt auf dem Weg in Richtung Kasten, ein platzierter Schuss in die Ecke – Tor!

OB Baranowski bekundet Respekt

Die Blindenfußballer vom VfB Gelsenkirchen spielen seit fünf Jahren in der Bundesliga. Am Samstag probierte sich ein Team von sehenden Amateuren aus Bulmke an den Profis und musste erkennen, wie schwer es ist, die Orientierung zu bewahren, ohne auf sein Augenlicht vertrauen zu können.

Mit 2:0 waren am Ende die Profis wie erwartet die strahlenden Sieger. „Ich habe selber mal probiert, blind einen Elfer zu verwandeln und bin grandios gescheitert“, berichtet Baranowski von seinen eigenen Erfahrungen mit dem Sport. „Die Jungs haben wirklich jeden Respekt verdient“, betonte der OB.

"Für eine bessere Zukunft gemeinsam arbeiten"

Auch abseits des Fußballplatzes hat die Gemeinde ein rundes Programm auf die Beine gestellt. Ob beim Schlendern über den Flohmarkt, beim Ölringen für Kinder, beim Toben auf der Hüpfburg oder bei netten Gesprächen – jeder kam auf seine Kosten. Nebenbei sorgten verschiedene Livebands mit den traditionellen Instrumenten Davul, Zurma und Saz für orientalische Klänge, und jede Menge Spezialitäten der türkischen Küche durften natürlich auch nicht fehlen.

„Wir wollten mit diesem Fest die Gemeinde, aber auch die Bürger und Bürgerinnen des Stadtteils stärker zusammenbringen“, beschreibt Nurettin Kus das Ziel der Gemeinde. „Wir möchten allen Menschen, egal welcher Religion oder Nationalität sie angehören, unsere Hand ausstrecken und für eine bessere Zukunft gemeinsam arbeiten.“ Viele Bürger kamen dem nach und nutzten die Gelegenheit, sich gegenseitig und die türkische Kultur besser kennen zu lernen. Bleibt in diesem Fall nur zu sagen: Ziel erreicht.