Nachaltig wirkender Auftritt

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Gelsenkirchen. Der ökonomische Druck für die Revierparks ist hoch. Was im Ruhrgebiet zu Zeiten von ausgelasteten Zechen und Kokereien als Refugien und Oasen für schwer schuftende Kumpel gedacht war, hat den Strukturwandel langsamer vollzogen als der Rest des Reviers. Insbesondere das Freizeitverhalten tausender Menschen hat rascher Fahrt aufgenommen, als es das Angebot getan hat. In der Regel wurde erst investiert, als die Zahlen schon längst tiefrot waren.

Das hat mit den Strukturen zu tun. Es gibt kein über die Stadtgrenzen hinaus wirkendes Bäderkonzept. Weil jede Kommune Schwimmbäder als unumstößlichen sozialpolitischen Auftrag versteht, nehmen sich die Einrichtungen im Ballungsraum gegenseitig die Kunden weg. Der Eindruck: Wer den neusten Wasserspaß sein Eigen nennt, liegt vorn – zumindest vorübergehend.

Das hat aber auch etwas damit zu tun, wie die Revierparks auftreten – mal abgesehen von der Verwaltungsstruktur, die keine zentrale Einheit hat, die mit Weitblick und entsprechender Entscheidungskompetenz lenkt und steuert. Anders als es etwa breit aufgestellte Autohäuser oder Elektro-Discounter tun, ist das Freizeit- und Wellnessangebot der Revierparks so gut wie gar nicht im Gedächtnis der Bürgerschaft nachhaltig verankert. Auf Plakaten, im Radio, auf Bussen und Bahnen oder in den führenden Medien sucht man den Namen Revierpark oder Gesundheitspark Nienhausen oft vergeblich. So entsteht weder eine Marke noch Interesse.

Was bleibt? Es wird am kleinen Rad gedreht, um die Zahlen zu verbessern – Ressourcen-Reduktion, hin und wieder Modernisierungen. Sicher gut und richtig. Aber unter dem Strich zu wenig. Was es braucht, sind weitreichendere Veränderung, eine neue Organisationsstruktur und einen nachhaltig wirkenden Auftritt.