Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen wird saniert

Für über 500.000 Euro wird in der Sommerpause  das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen saniert. Insbesondere das Kleine Haus wird derzeit komplett auf den Kopf gestellt. Foto: Martin Möller
Für über 500.000 Euro wird in der Sommerpause das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen saniert. Insbesondere das Kleine Haus wird derzeit komplett auf den Kopf gestellt. Foto: Martin Möller
Foto: WAZ FotoPool
Das Kleine und Große Haus des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen werden für mehr als 500.000 Euro saniert. Für Rollstuhlfahrer wird der Weg in das Theater durch einen neuen Aufzug vereinfacht.

Gelsenkirchen. Wo sonst elegante Roben und schicke Kostümchen flanieren, dominieren zurzeit Blaumann und Graukittel. Statt in Wohlklang badet das Ohr in einer Komposition aus Bohrlärm, Hämmern und quietschenden Sägen. Und anstelle duftiger Parfümwolken kriecht Feinstaub in die Nase. Im Musiktheater im Revier führen in diesen Tagen nicht die Künstler Regie, sondern Handwerker.

Als die letzten Sänger und Musiker im Juli Noten und Kostüme einpackten und in die Ferien starteten, standen Maler, Elektriker und unterschiedlichste Gewerke bereits in den Startlöchern. Bis zum Ende der Theaterferien gilt es, sowohl das Große als auch das Kleine Haus auf Vordermann zu bringen.

Umfassende Sanierungsarbeiten

Auf dem Programm stehen umfassende Sanierungsarbeiten, die im Frühjahr vom Verkehrs- und Bauausschuss und dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften abgesegnet worden waren. Arbeiten, die allesamt zur Sicherung der Bausubstanz des Theaters dringend notwendig wurden. Schon im Jubiläumsjahr 2009 war das prominente und unter Denkmalschutz stehende Gebäude zum 50. Geburtstag umfassend aufgefrischt worden.

Jetzt geht’s weiter. Für rund 471.000 Euro werden Kleines und Großes Haus saniert, dazu erhält das Kleine Theater für 125.000 Euro den lang erwarteten barrierefreien und behindertengerechten Ausbau.

Auch wenn die Künstler ausgeflogen sind, halten Mitarbeiter vor allem aus dem technischen und kaufmännischen Bereich Stallwache. Zu ihnen gehört Maschinentechniker Christian Fasel, der immer wieder einen Blick auf den Fortgang wirft. Er ist bislang zufrieden, ebenso wie Jörg Stephan, stellvertretender Geschäftsführer des Musiktheaters: „Bislang läuft zum Glück alles nach Plan.“

Kleines Haus ist größte Baustelle

Im Großen Haus zum Beispiel wird gerade die Bühnentechnik überprüft und ausgebessert, alte Gussheizkörper haben ausgedient und werden ausgetauscht, ebenso die überholten Warmwasserspeicher im Keller.

Die größte Baustelle aber ist das Kleine Haus. Der Teppichboden, zum Schutz abgedeckt mit Plastikplanen und Brettern. Die Decke, zum größten Teil bereits entfernt. Die ausrangierten Lampen liegen teils zerdeppert am Boden, Baugerüste dort, wo es sich sonst das Publikum in den Theatersesseln bequem macht. Aufbruchstimmung.

Publikum und Künstlern wird ein Licht aufgehen, ein neues natürlich. Die komplette Beleuchtung des Kleinen Hauses wird ausgebessert, weil sie technischem Standard und Sicherheit nicht mehr entsprach. Die Metallpaneel-Decken über dem Zuschauerbereich liegen bereits am Boden.

Der Bodenbelag der Probebühne ist nach 25 Jahren intensiver Nutzung längst abgenutzt und wir überarbeitet.

Behindertengerecher Rollstuhl wird installiert

Der Genuss von Kunst und Kultur im Kleinen Haus wird mit der neuen Spielzeit besonders Rollstuhlfahrern endlich erleichtert. Bislang konnten die den Theatersaal nur umständlich über das Foyer des Großen Hauses und nur mit Hilfe von Begleitpersonal erreichen. Das wird demnächst einfacher, mit Hilfe eines behindertengerechten Außenaufzugs, der an der Rückseite des Kleinen Hauses installiert wird, gleich zwischen Treppenturm und Hausfront.

In Zukunft gelangen behinderte Menschen gemeinsam mit allen anderen Besuchern über das Eingangsfoyer ins Haus. Nach dem Garderobenbereich können sie mühelos die behindertengerechte WC-Anlage und den Aufzug erreichen, mit dem sie barrierefrei ins Theaterparkett gelangen.

Grundkonzeption soll sich nicht ändern

Die Öffnung in der Wand ist bereits da. Der Aufzugturm wird sich übrigens perfekt an die bisherige gläserne Architektur anpassen. Darauf hat nicht zuletzt der prominente Architekt des Hauses, Prof. Werner Ruhnau, ein wachsames Auge. Er begleitet jede Umbaumaßnahme an seinem Haus ganz genau, damit sich die Grundkonzeption nicht ändert.

Einen Dachschaden müssen Theaterbesucher auf jeden Fall nicht befürchten: Sowohl die Dächer des Kleinen Hauses als auch die der Kassenhalle werden ebenfalls saniert.

 
 

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