Möbel der Regenbogenschule in Gelsenkirchen als Spende für Afrika

Jörn Stender
Schüler, Eltern und Ehemalige nahmen Abschied von ihrer städtischen Gemeinschaftsgrundschule in Gelsenkirchen-Erle. Das Inventar der Schule soll nun Kindern im Kongo helfen. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool
Schüler, Eltern und Ehemalige nahmen Abschied von ihrer städtischen Gemeinschaftsgrundschule in Gelsenkirchen-Erle. Das Inventar der Schule soll nun Kindern im Kongo helfen. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Das Afrikaforum will mit Tischen, Stühlen und Tafeln aus der ehemaligen Regenbogenschule in Erle Kindern im Kongo helfen. Das Inventar soll im März verschifft werden. Noch fehlt allerings Geld für die Transportkosten.

Gelsenkirchen-Erle. Abschied nehmen hieß es am 13. Juli 2010. Die Regenbogenschule in Erle wurde geschlossen. 2005 war hier noch der Ganztagsbetrieb eingeführt worden, 2008 zeichnete sich dann das Ende ab. Zurück blieben an der Schulstraße Stühle, Bänke, Schränke und Tafeln. Das Inventar soll auf die große Reise gehen. Noch im März will das Afrikaforum einen Container auf dem Seeweg in den Kongo bringen. Mit den Möbeln aus Erle soll dort eine Grundschule ausgestattet werden.

Die Demokratische Republik Kongo unterstützen die Mitglieder des Gelsenkirchener Vereins Forum Afrika Solidarität kontinuierlich. In Kinshasa, der Hauptstadt, haben sie einen Partner, der in einer Schule tätig ist. Über den Kontaktmann wird die Hilfe vermittelt. „Wir sind ein kleiner Verein und können nicht die Uno sein. Unsere Mittel sind begrenzt“, sagt Kanza Kabangu. „Deshalb können wir nicht ganz Afrika helfen, sondern konzentrieren uns“ – eben auf die alte Heimat- „Wir wissen, was wir verlassen haben“, sagt der Forum-Sprecher. Das bedeutet auch zu wissen, welche Hilfe nötig ist.

Container-Transport im März

„Wir sind gefordert, Unterstützung zu leisten“, findet der Ingenieur, der seit 1994 in Gelsenkirchen lebt und seit 1997 im Verein tätig ist. „Die Armut in vielen Entwicklungsländern ermöglicht leider kaum ein angemessenes Bildungsniveau“, sagt Kabangu. „Deswegen möchten wir Kindern im Kongo das nötige Equipment für eine Schule schenken.“ Der Haken an der Sache: für den Transport rechnet der Verein mit 10 000 Euro Kosten. Das Geld haben die Mitglieder bislang nicht zusammen und hoffen auf Spenden, um die Schulsachen zu verschiffen. Es wird der siebte Container, den der Verein mit Hilfsgütern nach Afrika schickt. In der Vergangenheit wurden so auch schon Schulmaterial, vor allem aber in mehreren Lieferungen Krankenhaus-Ausstattung und medizinisches Gerät transportiert.

Dienstag steht in Erle ein Termin an, bei dem die Räumung des Gebäudes besprochen werden soll. Ein Teil des Inventars wurde nach der Schließung bereits auf andere städtische Einrichtungen verteilt und landete beispielsweise in der Schule an der Heistraße

Was aus dem Gebäude der Regenbogenschule wird, ist derzeit noch offen. Stadtsprecher Oliver Schäfer: „Das ist noch auf dem Verwaltungsweg.“

Spenden-Stichwort „Projekt Bildungstransfer“

Das Forum Afrika Solidarität ist ein gemeinnütziger und eingetragener Verein und laut Kanza Kabangu vom Finanzamt anerkannt. Spenden können steuerlich abgesetzt werden. Das Konto: 01350 19 656, BLZ 420 500 01 (Sparkasse Gelsenkirchen), Stichwort: „Projekt Bildungstransfer“