Mit Transparenz und Prominenz ins Rathaus

Patrick Schleu
DIE LINKE in Gelsenkirchen
DIE LINKE in Gelsenkirchen
Foto: Jo Kleine-Büning
Ingrid Remmers, bis 2013 Bundestagsabgeordnete ihrer Partei, wurde zur Oberbürgermeisterkandidatin der Linken gewählt. Mindestens sechs Prozent der Stimmen will die Partei bei der Kommunalwahl am 25. Mai holen und in Fraktionsstärke in den Rat der Stadt Gelsenkirchen einziehen.

Gelsenkirchen. Die Linke Gelsenkirchen geht mit einem prominenten Zugpferd in den Kommunalwahlkampf. Ingrid Remmers, bis 2013 Bundestagsabgeordnete ihrer Partei, wurde zur Oberbürgermeisterkandidatin gewählt. Mindestens sechs Prozent der Stimmen will die Linke am 25. Mai holen. Transparenz, Linke-Positionen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Kreisverband und Fraktion sollen Erfolg bringen.

"Baranowski ist für gewisse Bereiche ein guter Mann, der die Stadt positiv vertritt, aber es gibt Themen, die wir besser vertreten können", gibt sich Linke-Sprecher Hartmut Hering kämpferisch. „Mit Ingrid Remmers haben wir eine präsentable Person, die unsere Inhalte glaubwürdig vertritt“, lobt er die Personalie. Sie sei kein „eingeflogener Überflieger“, sondern werde unabhängig vom Wahlausgang im Vorstand arbeiten.

Remmers will Wirtschaftspolitik zum Wahlkampfthema machen

Remmers, bei einer Enthaltung ohne Gegenstimme zur OB-Kandidatin gewählt, will unter anderem die Wirtschaftspolitik zum Wahlkampfthema machen. „Da hätte man einiges besser machen können“, so die 48-Jährige.

Sie ist vor 1,5 Jahren vom Bochumer in den Kreisverband GE gewechselt. Von ihren Kontakten erhofft sich die Partei einen Schub. „Ich bin jetzt einige Jahre in Gelsenkirchen unterwegs und kenne mich aus“, so Remmers. Als Bundespolitikerin habe sie sich in Arbeitskreisen mit Kommunalpolitik und Kommunalfinanzen intensiv beschäftigt. Na klar, ihre Partei habe erst Überzeugungsarbeit leisten müssen. „Bei so einem OB überlegt man schon, wie sinnvoll die Kandidatur ist.“

Sie habe vor allem zugesagt, um ihre Partei nach vorne zu bringen. „Wir konnten uns bislang nicht als die Linke präsentieren, die wir sind“, blickt sie auf magere Jahre ohne Ratsmandat. Nun gehe es darum, „eine breite Basis in der Bevölkerung zu schaffen“. Ihr gehe es um die „Verbesserung der Lebensverhältnisse für viele Menschen“. Nach der Etablierung peilt Remmers für die Linke sogar Wahlergebnisse über 10 Prozent an.

Ratsmitglieder geben Hälfte ihrer Bezüge an die Partei ab

„Wir sind realistisch und wissen, dass Ingrid Remmers nicht Oberbürgermeisterin wird“, so Hartmut Hering. Vielmehr sollen die Bürger mit transparenter Kommunalpolitik überzeugt werden. „Wir werden auch mal Fraktionssitzungen in einem Zelt öffentlich abhalten“, so Ayten Kaplan. Die Leute sollen mitbekommen, was da beschlossen wird. Man wolle eine Alternative darstellen und mit glaubwürdigen Ratskandidaten zeigen, „dass diese nicht da sind, um bloß Geld zu kassieren.“ Die Ratsmitglieder verpflichten sich deshalb, die Hälfte ihrer Bezüge an die Partei abzuführen.

Das Wahlprogramm, das am Samstag nach kleinen Änderungen von den Mitgliedern verabschiedet wurde, soll im März als Druckversion vorliegen. Auf die Kandidatenliste für den Rat wurden (in dieser Rangfolge) Martin Gatzemeier, Bianca Thiele, Bettina Peipe, Wolfgang Meyer, Ali Mahir Abdik, Tomas Grohé, Andreas Jordan und Sandra Berger gewählt.