Mit Kameras Verursacher enttarnen

Inge Ansahl
Am Dickmannsweg in Rotthausen: Auf dieser wilden Müllkippe lagen Mittwoch alte Autoteile, Möbelreste und Elektroschrott.
Am Dickmannsweg in Rotthausen: Auf dieser wilden Müllkippe lagen Mittwoch alte Autoteile, Möbelreste und Elektroschrott.
Foto: WAZ
Müll, das Thema bewegt viele WAZ-Leser. Wolfgang Putzig aus Rotthausen gehört dazu. Er findet das Verhalten der Leute, die sich im öffentlichen Raum „entmüllen“, schier unmöglich.

Gelsenkirchen. Erst am Dienstagmorgen ist ihm zum wiederholten Mal fast die Galle übergelaufen, als er den in der Nacht zuvor abgekippten Abfallhaufen am Dickmannsweg entdeckt hat.

„Es sieht fast so aus, als hätte hier eine kleine Firma ihr Müllproblem gelöst. Stoßstangen, Öl ...“ Putzig macht so etwas einfach nur stinksauer.

„Was sind das für Menschen? Welche Erziehung haben die eigentlich genossen? Das kann doch wohl nicht wahr sein.“ Sagt er mit Blick auf „seine“ Stadt, in der die Bürger offensichtlich verlernt hätten, ihren Müll mit nach Hause zu nehmen und dort zu entsorgen. Stattdessen: Fenster runter, Müll raus – ohne nachzudenken. „Wie benehmen sich diese Leute bloß!“

„Die Menschen sind schuld“

Dabei bricht Putzig für Gelsendienste ausdrücklich eine Lanze. „Wir Menschen sind schuld, nicht Gelsendienste. Denen ist kein Vorwurf zu machen.“ Natürlich hat der WAZ-Leser gleich nach seiner Entdeckung am Dienstag auch beim Entsorgungsbetrieb angerufen. Noch liegt der Müll am Dickmannsweg. „Wenn der Mist nicht abgeholt wird, können Sie zugucken, wie er wächst“, meint Putzig sarkastisch. 20 bis 30 Mal pro Jahr, so seine Beobachtungen, würde in den Grünanlagen am Mechtenberg Müll einfach abgeladen.

„Die Leute beschweren sich darüber, dass sie vom Staat kontrolliert werden“, sagt der Gelsenkirchener. Wenns nach ihm ginge, er würde liebend gern Kameras installieren, um die Verdreckung der Stadt durch gezielte Enttarnung der Verursacher zu stoppen.

"Die ist voll mit Hundekot"

Vielleicht hätte er in WAZ-Leserin Plötze vom Grünen Weg schon eine Befürworterin zur Seite. Die nämlich traut sich nicht mehr, mit ihrem Enkelkind auf die Wiese zu gehen. „Die ist voll mit Hundekot“, berichtet sie.

Die Rochusgasse in Buer ist einer Anwohnerin ein echter Dorn im Auge. Die Passage zu Hochstraße sei „total vermüllt“, klagt sie. Über zwei Wochen liege Sperrmüll vor der Garage eines Hauses am Alten Markt, berichtet ein WAZ-Leser aus der Altstadt. Die vermüllte Optik des A2-Parkplatzes Resser Mark schließlich sei schlimm, findet ein anderer Anrufer.

Bequemlichkeit, schlechte Kinderstube, Unachtsamkeit – es gibt viele Gründe, warum Müll dort liegt, wo er nicht hingehört. Welche Massen da im ganzen Stadtgebiet zusammenkommen, davon können die Freiwilligen nach ihrem Einsatz beim jährlichen „Ge putzt“ ein Lied singen – kein schönes!