Gelsenkirchen

Schwere Misshandlung in Gelsenkirchen: Stevica R. (34) zertrümmerte seiner Frau den Schädel – vor Gericht rastet er plötzlich aus

Der Angeklagte Stevica R. neben seinem Verteidiger Heinz-Walter Lindemann (li.) und dem Dolmetscher des Gerichts (re.).
Der Angeklagte Stevica R. neben seinem Verteidiger Heinz-Walter Lindemann (li.) und dem Dolmetscher des Gerichts (re.).
Foto: Alexander Keßel

Gelsenkirchen. Mit einer Holzlatte prügelte Stevica R. (34) auf seine Ehefrau (29) ein. Immer und immer wieder. Dabei zertrümmerte er Valentina R. den Schädel.

Das Schlafzimmer des Ehepaares in der Munscheidstraße in Gelsenkirchen-Ückendorf hat Stevica R. an diesem Januartag abgeschlossen. Im Nebenraum müssen die fünf gemeinsamen Kinder tatenlos zuhören. So lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft am Freitag vor dem Landgericht Essen.

Ehedrama in Gelsenkirchen: Valentina R. übel zugerichtet

Stevica R. verzieht beim Verlesen der Anklageschrift keine Miene. Das Gesicht des kleinen, schmächtigen Mannes bleibt ausdruckslos. Das seiner Frau hingegen ist schwer gezeichnet. Ihr gebrochenes Nasenbein war nach dem brutalen Angriff in den Schädel verrutscht. Durch die massive Gewalteinwirkung brachen mehrere Mittelgesichtsknochen. Dazu erlitt sie Platzwunden im Gesicht und am Hinterkopf.

Stunden später brachte Stevica R. seine Frau ins Krankenhaus. Zuerst soll er mit zwei seiner Kinder einen Großteil der Blutspuren weggewischt haben, sagten die Kinder gegenüber der Polizei aus.

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„Es war schlimm, wie Mama nach dem Streit mit Papa aussah“

Im Marienhospital Gelsenkirchen gab es Verständigungsprobleme. Das Paar lebt erst seit 2011 in Deutschland. Beide sprechen kaum deutsch. Valentina R. gab an, sie sei die Treppe heruntergefallen.

„Ihr Mann hat ihr befohlen, das zu sagen“, übersetzt eine Dolmetscherin vor Gericht die dünnen Worte der Betroffenen. Während ihrer Aussage meidet sie den Blickkontakt zu ihrem Mann. „Er liebt mich nicht mehr“, sagt sie. Deshalb habe sie ihn immer wieder aufgefordert, sie gehen zu lassen.

Im Krankenhaus sagte eines der Kinder später einer Intensivpflegerin bei einem Besuch: „Es war schlimm, wie Mama nach dem Streit mit Papa aussah.“ Daraufhin schaltete das Krankenhaus die Polizei ein.

Stevica R. hielt seiner Frau ein Messer an den Hals

Den Beamten war die Familie nicht unbekannt. Mehrere Male standen schon Streifenwagen vor der Tür in der Munscheidstraße. Nachbarn riefen den Notruf wegen Hilferufen aus dem Fenster.

Über Monate soll Stevica R. seine Ehefrau immer wieder misshandelt haben. Neben Schlägen mit der Faust auch durch psychische Gewalt: Mit vorgehaltenem Messer habe er ihr gedroht, sie zu töten.

Angeklagter rastet plötzlich aus

Bei der Befragung vor Gericht bringt die 29-Jährige viele Details durcheinander. Sie scheint verunsichert, widerspricht sich bei einigen Aussagen selbst. Vermutlich aus Angst vor ihrem Mann. Der rastet bei ihrer Aussage aus und hebt drohend die Hände in ihre Richtung: „Das ist nicht richtig“, ruft er auf Deutsch dazwischen.

Die vorsitzende Richterin Gabriele Jürgensen ermahnt ihn bestimmt. Er solle sich an die Regeln des Gerichts halten. Eine Aussage zu den Vorwürfen hat er vorher verweigert.

Haftbefehl gegen Stevica R. aus Serbien

Die Aussagen von Polizei, Krankenhauspersonal und Kindern werden nach und nach ausgewertet. Ein Urteil wird für kommenden Dienstag erwartet. Selbst wenn Stevica R. freigesprochen werden sollte, kommt er so schnell nicht wieder auf freien Fuß.

Denn auch die serbischen Behörden suchen den 34-Jährigen mit einem Haftbefehl wegen diverser Delikte, die er in seiner Heimat begangen hat.

 
 

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