Metal-Band Hatedotcom aus Gelsenkirchen will durchstarten

Tobias Mühlenschulte
Hatedotcom (v.l.n.r.): Sebastian Göbel (Bass), Roman Nekola (Gitarre), Tim Venker (Gesang), Jens Zubala (Gitarre) und Markus Jordan (Schlagzeug).
Hatedotcom (v.l.n.r.): Sebastian Göbel (Bass), Roman Nekola (Gitarre), Tim Venker (Gesang), Jens Zubala (Gitarre) und Markus Jordan (Schlagzeug).
Foto: privat
Als "Thrash'n'Roll" bezeichnet das Metal-Quintett "Hatedotcom" seinen Sound. Nach ihrer Neuausrichtung möchte die bereits 2006 gegründete Band in neuer Besetzung nochmal angreifen. Aktuell macht ihr noch frisches Label "7hard" Promotion. Hatedotcom selbst suchen nach einer Booking-Agentur.

Gelsenkirchen. Die Traum-Sequenzen des in Eigenregie entstandenen Videoclips zum Song „Demons“ gleichen einem Horrorfilm: dunkle Kellergänge, blutverschmierte Plastikvorhänge, fragwürdige Operations-Instrumente, ein unheimliches Kind und ein Metzger, der schließlich ein Opfer findet. Die Metal-Band Hatedotcom, die zu zwei Fünfteln aus Gelsenkirchen kommt, greift noch mal an. Zwar gibt es die Gruppe bereits seit 2006, aber nach ihrem Neustart im Jahr 2012 wollen Hatedotcom es wieder wissen. Ihre Bemühungen wurden zuletzt mit einem Plattenvertrag beim Label „7hard“ belohnt.

Mit der musikalischen Einordnung ist es immer so eine Sache. Vor allem im Metal-Bereich sprießen neue Stilrichtungen wie Pilze aus dem Boden. Die Bezeichnungen sind dabei oftmals unfreiwillig komisch. „Thrash’n’Roll“ hingegen lässt keine Fragen offen – so nennen Hatedotcom ihre Stilrichtung, die „die Lücke zwischen Slayer und Stone Sour“ schließt, wie Gitarrist Jens Zubala erklärt. „Bis zu unserem Neustart haben wir Death Metal gemacht“, sagt Gitarrist Roman Nekula. „Die andere Ausrichtung kam durch die Neubesetzung.“ In einigen Stücken stecken starke Rock’n’Roll-Elemente drin, erklärt Bassist Sebastian Göbel, da stehe dann die Energie im Vordergrund, weniger die Technik.

"Super Bedingungen" im V-Danceclub

Als einziges Gründungsmitglied ist Markus Jordan übrig geblieben. Und weil die Band irgendwie sein „Baby“ ist, wollte er auch keine Umbenennung nach dem Neustart 2006. Zehn Songs haben Hatedotcom in ihrem Repertoire, ihre alten Nummern spielen sie nicht mehr.

„Die neuen Songs sind vom Stil her ganz anders“, sagt Göbel. Für die Texte zeichnet Sänger Tim Venker verantwortlich, die Songs entstehen in Gruppenarbeit. Aktuell sind Hatedotcom dabei, ihre Platte „Dissociative“ zu promoten, die im Mai auf den Markt kommen soll. „Unsere Plattenfirma 7hard verschickt Promos an Vertriebe, an die Presse, an Magazine, Konzertagenturen und so weiter“, erklärt Zubala. Und die Band selber sieht sich nach Booking-Agenturen um. Sie wollen auf die Bühne. All zu viele Konzerte haben sie noch nicht gespielt. Seit 2012 waren es sieben Gigs, einer davon im Gelsenkirchener V-Danceclub. „Das waren super Bedingungen“, erinnert sich Zubala.

Jeder Musiker von Hatedotcom hat vorher in einer anderen Band gespielt. Ihre Instrumente haben die Jungs im Alter von 14 bis 16 Jahren in die Hände genommen. Dass sie auch Drehbücher schreiben, Kameras bedienen und Videos schneiden und vertonen können, haben sie mit dem Clip „Demons“ eindrucksvoll bewiesen.