Gelsenkirchen

„Das Beste, was er machen konnte!“ Das sagen die Gelsenkirchener zum Rücktritt von Mesut Özil

Gelsenkirchener Stimmen zum Özil-Rücktritt

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Gelsenkirchen. Vom Affenkäfig in der Olgastraße zum Fußball-Weltmeister in Rio - so wird die Karriere von Mesut Özil gerne beschrieben.

Auf dem Bolzplatz in der Olgastraße in Gelsenkirchen-Bismarck hat Mesut Özil angefangen, als kleiner Knirps. Später wurde ein Weltmeister aus ihm. Seit Sonntag ist klar: für die deutsche Nationalmannschaft wird kein Titel mehr hinzukommen.

Mesut Özil: Das sagen die Gelsenkirchener zum Rücktritt aus der Nationalmannschaft

Denn Mesut Özil hat seine Karriere im DFB-Team mit einem Paukenschlag beendet. Nach dem Erdogan-Foto, einer verkorksten WM und monatelangem Schweigen beendete Özil seine Karriere mit deutlicher Rassismus-Vorwürfen und deutlicher Kritik an Sponsoren, Medien und der DFB-Spitze.

In seiner Heimat Gelsenkirchen-Bismarck kann man Özils Entschluss seine Karriere im Nationalteam zu beenden nachvollziehen.

„Er hat Recht zurückzutreten. Ich kann das verstehen“, sagt eine Frau mit Kinderwagen. „Aber gehen Sie mal hoch zum Stern - da haben die Özils früher gewohnt.“

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Zwei Parallelstraßen vom Affenkäfig entfernt wohnten die Özils früher. Es ist eine Arbeitergegend, früher war hier die Zeche Graf Bismarck.

Jannis Biewald aus Gelsenkirchen-Schalke kommt gerade vom Einkaufen. Er hat Verständnis für Özils Entschluss: „Es wird nur Mesut Özil kritisiert, nur Mesut Özil.“

Er sieht auch das Foto mit dem türkischen Präsident Erdogan entspannter. „Ganz ehrlich, wenn ich die Chance hätte, ein Foto mit Erdogan zu machen, würde ich es auch machen.“

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Bei dieser WM sei Özil schwach gewesen, aber nicht allein für das Scheitern der Nationalmannschaft verantwortlich gewesen.

Ein paar Straßen weiter lernte Mesut Özil bei Westfalia 04 Gelsenkirchen das Kicken. Hier im Trinenkamp wird gerade der Platz reingemacht. Auch unter den Arbeitern hier ist das Thema Özil heiß diskutiert. Greenkeeper Adrian sieht ein paar Versäumnisse bei Özil nach dem Foto mit Erdogan:

„Ich denke, Özil hätte sich einfach früher äußern können. Sagen können: Erdogan ist der Präsident des Landes, wo meine Eltern herkommen. Aber jetzt bin ich stolz für Deutschland zu spielen und mein Präsident ist jetzt Steinmeier. Damit wäre das für mich vom Tisch gewesen.“

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Auch vor der Bäckerei in der Braubauererschaft ist Meust Özil das vorherrschende Thema. Auf dem Tisch liegt eine Zeitung - auf dem Titel natürlich das Thema Özil. Anja wohnt in Gelsenkirchen-Bismarck. Ihre Jungs spielen selbst Fußball. Sie sagt: „Das Ganze wäre nicht so ein Aufstand geworden, wenn Deutschland nicht ausgeschieden wäre, dann würden wir hier nicht mehr drüber diskutieren.“

Sie bedauert die Rücktrittsentscheidung: „Ich würde sagen, jetzt erst recht.“

Özils Rücktritt: „Beste, was er machen konnte!“

Thomas Schafranski aus Gelsenkirchen-Bismarck versteht die ganze Aufregung um Mesut Özil nicht: „Das war das Beste, was er machen konnte, damit mal Ruhe reinkommt. Man soll nicht alles so hochbauschen. Es war vielleicht ein Fehler, aber wer macht keine Fehler.“

 
 

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