Gelsenkirchen

Mentoren machen Kinder fit

Patrick Schleu
Der Kinderchor der Sternschule beim Mentor-Treffen in der EGG.
Der Kinderchor der Sternschule beim Mentor-Treffen in der EGG.
Foto: WAZ FotoPool
Erst seit zwei Jahren sind die Leselernhelfer des Vereins Mentor in Gelsenkirchener Schulen unterwegs. Die Früchte, die die Arbeit der Vorleser hervorbringt, sind schon jetzt beachtlich. Am Samstag trafen sich die 70 Mentoren in der Aula der Evangelischen Gesamtschule (EGG) in Bismarck, um über Erfolge zu reden und um neue Mentoren für den Verein zu gewinnen.

Gelsenkirchen. Erst seit zwei Jahren sind die Leselernhelfer des Vereins Mentor in Gelsenkirchener Schulen unterwegs. Die Früchte, die die Arbeit der Vorleser hervorbringt, sind schon jetzt beachtlich. Am Samstag trafen sich die 70 Mentoren in der Aula der Evangelischen Gesamtschule (EGG) in Bismarck, um über Erfolge zu reden und um neue Mentoren für den Verein zu gewinnen. Vom prominent besetzten Podium gab es viel Lob für die Ehrenamtler.

Einmal pro Woche geht ein Mentor in die Schule, um für eine Stunde ein Kind zu fördern. Schon nach kurzer Zeit stellen sich Fortschritte ein. Sogar bis zum Vorlesewettbewerb kann die Karriere eines einstigen „Problemkindes“ reichen. Mentor-Schirmherr Frank Baranowski betonte die Bedeutung der Arbeit. „Sie sind heute hier, weil Sie sich darum kümmern, dass junge Gelsenkirchener echte Bildungs- und damit Lebenschancen erhalten“, so der OB in Richtung Mentoren und des Vereinsvorsitzenden Reno Veit.

Familien mit Migrationshintergrund haben häufiger mit Leseschwierigkeiten zu kämpfen

Gabriele Bellenberg, die sich an der Ruhruniversität wissenschaftlich mit dem Thema Leseförderung durch Paten beschäftigt, wies darauf hin, dass Kinder aus sozial schwachen Familien und mit Migrationshintergrund häufiger mit Leseschwierigkeiten zu kämpfen haben. Ebenfalls zu Gast auf dem Podium: Der hiesige Generalkonsul der Türkei, Nafi Cemal Tosyali. „Der Anteil der Migranten, die ein Gymnasium besuchen, ist deutlich geringer als bei deutschstämmigen Schülern“, kritisierte Tosyali. Umgekehrt sei die Quote der Schulabbrecher bei Migranten überdurchschnittlich hoch.

Anton Rütten, Abteilungsleiter Integration beim NRW-Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales warb für mehr Mentoren mit Migrationshintergrund. „Wir müssen auch über die Potenziale und nicht nur die Defizite der Mehrsprachigkeit reden.“

Informationen zu Treffen des Vereins und zum Mitmachen als Leselernhelfer gibt es telefonisch unter 0209 - 1487278 oder per Email an [email protected].