Mega-Aufräumaktion mit schwerem Gerät in Gelsenkirchen

Auf der teilgesperrten Grothusstraße kämpften 80 Gelsendienstmitarbeiter an Fronleichnam gegen 2000 Kubikmeter Bruchholz an. 50 Fahrzeuge waren am Feiertag im Einsatz.
Auf der teilgesperrten Grothusstraße kämpften 80 Gelsendienstmitarbeiter an Fronleichnam gegen 2000 Kubikmeter Bruchholz an. 50 Fahrzeuge waren am Feiertag im Einsatz.
Foto: WAZ FotoPool
Die Aufräumarbeiten nach Sturmtief Ela an Overwegstraße, Grothusstraße und An der Rennbahn zwischen Florastraße und Schmalhorststraße können getrost als Mammut-Aktion beschrieben werden. Dafür wird die knapp sechs Kilometer lange Strecke abschnittsweise gesperrt.

Gelsenkirchen.. Es kommt der Tag, da will die Säge sägen. Und manchmal reicht ein einziger Tag dafür gar nicht aus. Und hin und wieder reicht auch eine einzelne Säge ganz und gar nicht aus. Wie viele Kettensägen Fronleichnam im Einsatz sind, vermag Gelsendienste-Sprecher Tobias Heyne nicht zu sagen. Es dürfte jedoch der komplette Bestand der Stadttochter an diesem Donnerstag rotieren. Es brummt jedenfalls ordentlich an Gelsenkirchens Süd-Nordwest-Achse.

Die Aufräumarbeiten nach Sturmtief Ela an Overwegstraße, Grothusstraße und An der Rennbahn zwischen Florastraße und Schmalhorststraße können getrost als Mammut-Aktion beschrieben werden. Dafür wird die knapp sechs Kilometer lange Strecke abschnittsweise gesperrt, wobei immer eine Spur für den Individualverkehr freigegeben ist - mit wechselnder Fahrtrichtung. Zu Beginn der Aufräumarbeiten, so Tobias Heyne, habe der Fokus auf den Straßen gelegen, mit der gleichen Priorisierung wie beim Räumdienst im Winter. Am letzten Wochenende habe Gelsendienste sich dann auf die Schulen konzentriert. Wann die Verwüstungen im ganzen Stadtgebiet restlos beseitigt sind? „Das wird noch Monate dauern“, sagt der Gelsendienste-Sprecher.

Auch Fremdfirmen wurden beauftragt

Autos sind an diesem Vormittag nicht viele unterwegs. Auch Fußgänger, Radfahrer und Jogger tauchen an diesem Feiertag nur vereinzelt auf. Dennoch herrscht reger Verkehr: Über die Grothusstraße fahren Muldenkipper, randvoll mit Bäumen – mehr oder weniger am Stück – Ästen und Zweigen, die teils oben aus den Containern ragen. Auch Hubsteiger, Bagger, Radlader und Einsatzfahrzeuge brausen auf und ab.

Gelsendienste hat an diesem Tag 50 Fahrzeuge und 70 Mitarbeiter auf der Straße, Gelsenkanal und Referat Verkehr stellen jeweils zehn Mitarbeiter. Vereinzelt ist auch die Freiwillige Feuerwehr, die sich an diesem Tag auf den Bulmker Park konzentriert, in diesem Bereich vertreten. Auch etwa 30 Mitarbeiter von Fremdfirmen sind für die Mammut-Aktion beauftragt worden.

Die aufzuräumende Strecke stellt das Referat Verkehr vor eine besondere Herausforderung: „Das Absperrmaterial müssen wir hinten ab- und weiter vorne wieder aufbauen“, erklärt Referatsleiter Wilfried Wiedemann. „So viele Absperrungen haben wir gar nicht. Eine so große Baustelle haben wir in Gelsenkirchen auch noch nicht gehabt.“ Dennoch seien an diesem Vormittag bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Verkehrsprobleme wie Rückstaus oder ähnliches bekannt. Das Absperrsystem habe sich bewährt. Und auch Gunter Vogt, Bereichsleiter Stadtbildpflege bei Gelsendienste, ist voll zufrieden mit dem bisherigen Verlauf: „Die Zusammenarbeit aller Beteiligten läuft hervorragend.“

Autokran ist im Einsatz

Während es an der Lagerstelle auf dem Gelsenberg-Gelände in Horst-Süd brummt – im Minutentakt fahren hier voll beladene Muldenkipper vor und laden ihre grüne Fracht ab – ist zwischen Florastraße und Uferstraße vergleichsweise schon so etwas wie Ruhe eingekehrt. Nur noch frische Stümpfe zeugen von den großen Bäumen, die die Kontrolleure in den Tagen zuvor als zu fällen deklariert haben. Teilweise sind schon die Fahrzeuge der Straßenreinigung unterwegs, im Anschluss werden die Sinkkästen gereinigt.

Bis hinauf zu den Kronen der für gut befundenen Bäume sind die Gelsendienste-Mitarbeiter mit drei großen (bis 26 Meter Höhe) und drei kleinen Hubsteigern im Einsatz und sägen Äste und Zweige ab, die auf Straße oder Gehweg stürzen könnten. Für die besonders „schweren“ Fälle ist ein Autokran mit einer Traglast von 130 Tonnen im Einsatz. Die zuvor auf 1000 Kubikmeter geschätzte Menge Windbruchholz korrigiert Gelsendienste-Betriebsleier Uwe Unterseher-Herold an Fronleichnam auf 2000 Kubikmeter. Es gibt immer noch viel zu tun.

 
 

EURE FAVORITEN