Mann von vermisster Annette L. wird wegen Brandstiftung und Kinderpornos angeklagt

Gelsenkirchen. Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen den Polizisten Dirk L. erhoben. Die Ermittler werfen dem 44-Jährigen versuchte Brandstiftung, Diebstahl und Besitz von Kinderpornographie vor. Der Mann ist zudem verdächtigt, seine Frau Annette L. getötet zu haben.

Die Staatsanwaltschaft Essen hat am Amtsgericht in Buer jetzt Anklage gegen den Gelsenkirchener Polizisten Dirk L. erhoben. Das teilte die Behörde am Dienstag mit. Die Ermittler werfen dem Beamten versuchte schwere Brandstiftung, Diebstahl und den Besitz von Kinderpornographie vor. Der 44 Jahre alte Polizist, der vom Dienst suspendiert ist, wird zudem weiterhin verdächtigt, seine Ehefrau Annette L. getötet zu haben. Nur fehlt bis heute der endgültige Beweis für den Mord - nämlich die Leiche der vierfachen Mutter. Seit Anfang Juni vergangenen Jahres ist die 44-Jährige, eine ehemalige Polizistin, spurlos verschwunden. Schnell geriet damals ihr Ehemann ins Visier der Ermittler, nachdem er sich bei Befragungen in Widersprüche verstrickt hatte. Im Zuge dieser Ermittlungen sind nun die Straftaten, die jetzt zur Anklage führten, ans Tageslicht gekommen.

Zu den Vorwürfen äußerte Dirk L. sich bisher nicht

So hatten die Ermittler etwa den privaten Computer des Polizisten beschlagnahmt und auf der Festplatte Bilder mit Kinderpornographie gefunden. Anfang 2008 soll der Angeklagte sich auf einschlägigen Internetseiten mehrfach kinderpornographische Inhalte angesehen haben. Zwei Jahre später, im Februar 2010, soll Dirk L. seinem Vater, der in Marl lebt, zwei EC-Karten und eine Kreditkarte gestohlen haben. Andeutungen, dass der Polizist Geldprobleme hatte, gab es schon früh.

Außerdem wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann versuchte schwere Brandstiftung vor. Im April 2010 soll er an einem Abend auf der Treppe eines Mehrfamilienhauses an der Horst-Gladbecker-Straße in Gelsenkirchen gezündelt haben. Dort wohnt eine Freundin seiner vermissten Ehefrau. Der Versuch, das Benzin mit einem getränkten Stofflappen zu entzünden, misslang allerdings, so Oberstaatsanwalt Willi Kassenböhmer von der Essener Staatsanwaltschaft.

Für diese Straftaten, die nun zur Anklage führten, haben die Ermittler auch Beweise, nämlich Aufnahmen von Überwachungskameras, Kontoauswertungen und Gegenstände, die bei Dirk L. sichergestellt wurden. Zu den Vorwürfen äußerte der 44-Jährige sich bisher nicht. (mawo/we)

 
 

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