Mächtig Dampf beim Festival "Rock im Bahnwerk"

Jörn Stender
Mächtig unter Dampf: 13 Bands traten beim 4. Rock am Bahnwerk auf.
Mächtig unter Dampf: 13 Bands traten beim 4. Rock am Bahnwerk auf.
Foto: FUNKE Foto Services
Von Hard- bis Ruhr-Rock: 13 Bands spielten an zwei Festivaltagen im alten Bahnwerk. Eingeladen hatte wieder die Crew des Blau-Weißen-Partywaggons.

Gelsenkirchen. Ruhrrocker Jo Hartmann, so etwas wie der Headliner am Samstag, hatte es nach seinem Auftritt nicht eilig: Er blieb beim 4. Festival „Rock im Bahnwerk“ bis zum Finale, hörte sich nach dem Auftritt mit seiner Band noch drei weitere Formationen an. „Ihm haben die Stimmung und das Ambiente gefallen“, sagt Frank Bukowski. Wie Hartmann ging es Freitag und Samstag im Bahnwerk Bismarck vielen Festivalbesuchern. Um die 700, so Bukowski weiter, werden es wohl am Samstag gewesen sein, gut 300 am Freitag, wo das Festival „etwas schleppender“ angelaufen sei. Insgesamt, finden die Organisatoren vom Blau-Weißen-Partywaggon, diesem eher musiklastigen Schalker Fanclub, „war die Resonanz hervorragend und viel besser als erwartet.“

Schwergewichtig lieferte die Lok mit der Kennung 44 1558 wieder das Bühnenbild im Einklang mit weiteren abgestellten Schienen-Oldies. Die Baureihe 44 der Deutschen Reichsbahn war mit gut 1900 Pferdestärken und Drillingstriebwerk bis in die 1960er-Jahre das schwere Zugpferd für Güterzüge. Nun lieferte sie den markanten Hintergrund für Heavy Metal und Punk, Rockabilly, Hard- und Deutschrock.

Zwei Jahre wurde auf einer Bühne außen vor gefeiert

Schon bei der Premiere vor vier Jahren bauten die Party-Planer die Bühne in der Halle auf, hatten damals allerdings die Rechnung ohne die Bauaufsicht gemacht. Die Folge: Zwei Jahre wurde auf einer Bühne außen vor gefeiert. Derweil erarbeiteten die Veranstalter ein Brandschutzkonzept, wiesen Fluchtwege aus, bekamen die entsprechenden Genehmigungen und durften wieder „einrücken“. Die Nutzungsänderung habe „zwei Jahre gedauert. Jetzt haben wir alles. Allein das ist schon ein Erfolg“, freute sich Bukowski über das Okay der Behörden am Freitag.

Fünf Bands am Freitag und acht am Samstag befeuerten „Rock am Bahnwerk“. Mit dabei „Why Amnesia“ „Egoshot“, „Relate“, „Ride the Bullet“ oder auch „Imperial Council“ – alle mehr oder weniger aus der Region, viele natürlich mit eigenem kleinen Fankreis in Bismarck. Für den Sound sorgte Karel Noon. „Unser Techniker hat die Ruhe weg, er hat für einen super Ablauf gesorgt. Dabei ist das nicht ganz einfach im Lokschuppen, einen vernünftigen Klang hinzukriegen“, sagt Bukowski.

Tätowierer Gerd musste passen

Als „kleines, familiäres Festival“ wollen die Bahnwerker die Veranstaltung weiter etablieren. Dazu gehört auch, dass die Club-Familie mit anpackt. Bukowski. „Wir haben zwar nur etwa 30 Mitglieder, aber die haben alle Spaß an der Arbeit und sind im Einsatz – von der Theke über den Imbiss bis zur Kasse.“

Nur einen Ausfall gab es bei der 4. Auflage des Festivals: Tätowierer Gerd musste diesmal passen. Bei den Festivals war der Körperkünstler zuletzt im stichhaltigem Einsatz. Aber wohl nicht unbedingt mit Bahnmotiven...