Lobs Ehrenamt mit Nebenwirkungen

Der ehemalige stellvertretende Jugendamtsleiter Thomas Frings hat nach seiner Kündigung vor dem Arbeitsgericht in erster Instanz gegen die Stadt gewonnen. Im Nachgang zur Berichterstattung steht aber nun ein anderer, nämlich Gafög-Geschäftsführer Dr. Stefan Lob in seiner Rolle als ehrenamtlicher Richter im Verfahren im Fokus diverser Netz-Kommentare. Mit nicht gerade zimperlicher Wortwahl wird da die ehrenamtliche Rolle Lobs beleuchtet. Selbstverständlich mit Tarnkappe, neudenglisch Nickname, ist etwa von „Filz“ die Rede.


Wir bevorzugen Klarnamen und haben mit offenem Visier beim Gafög-Geschäftsführer nachgefragt. Ergebnis: Die Konstellation war der Vorsitzenden Richterin bekannt, Lob selbst hatte sie im Vorfeld der Verhandlung darauf angesprochen. Nach sorgfältigen Erwägungen kam man zu dem Entschluss, dass Lob nicht befangen war. Er selbst sagte, er könne sehr wohl zwischen seinen Funktionen unterscheiden und sei im speziellen Fall in keiner Weise subjektiv tangiert. Und auch das merkte er an: Die Stadt Gelsenkirchen sei innerhalb der Gafög keine majorisierende Gesellschaft. Arbeitsgerichtsdirektorin Ines Koch verwies auf Nachfrage darauf, dass gesetzliche, ehrenamtliche Richter nach dem Geschäftsverteilungsplan - in aller Regel nach alphabetischer Reihenfolge - zum Einsatz kommen. Auch wann man Kraft Gesetzes von einem Verfahren ausgeschlossen wird, ist klar geregelt. Übrigens: Keine der beiden Parteien hat zu Beginn der Verhandlung Frings kontra Stadt die Rolle des gesetzlich bestellten Lob am Richtertisch angesprochen, geschweige denn, einen Befangenheitsantrag gestellt. Mal ganz salopp gesprochen: Der Gafög-Geschäftsführer, der einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist, müsste doch auch mit dem Hammer getauft sein, hätte er sich als tatsächlich Befangener ganz unbefangen auf dem Silbertablett präsentiert.

 
 

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