Gelsenkirchen

Libanesen prügelten sich an der Beskenstraße in Gelsenkirchen - was unser Reporter anschließend vor Ort erlebte

Prügelei an der Beskenstraße in Gelsenkirchen. Waren Hehler der Auslöser?
Prügelei an der Beskenstraße in Gelsenkirchen. Waren Hehler der Auslöser?
  • An der Beskenstraße gab es kürzlich einen Polizeieinsatz
  • 15 prügelnde Männer mussten getrennt werden
  • Der Streit soll aus einem kriminellen Netzwerk heraus entstanden sein
  • Ein Reporter von DER WESTEN war anschließend vor Ort

Gelsenkirchen. Es sollen Libanesen und Syrer gewesen sein, die sich kürzlich an der Beskenstraße in der Gelsenkirchener Innenstadt so heftig geprügelt haben, dass die Polizei kommen musste. 15 Männer mussten getrennt werden - sie hatten unter anderem mit Messern aufeinander eingestochen.

Nachbarn sollen anschließend berichtet haben, dass der Streit aus einem kriminellen Netzwerk heraus entstanden sei, das aus einer Wohnung und einem Innenhof an der Beskenstraße gestohlene Ware verkauft. DER WESTEN hat sich an der Straße umgesehen. Werden hier wirklich illegale Handel abgewickelt?

Anwohner der Beskenstraße wollen nicht über das Thema reden

Die Nachfrage bei Anwohnern der Beskenstraße zeigt: Man will hier sehr ungern über dieses Thema reden. Ein Mieter sagt vorsichtig, er sei häufiger gefragt worden, ob er ein Handy kaufen wolle, habe das aber immer abgelehnt. Ein anderer sagt, er hätte von illegalem Handel gehört, wolle sich aber nicht dazu äußern. Zu groß scheint hier die Angst vor Konsequenzen zu sein.

Wird hier mit gestohlenen Handys gehandelt? Unklar. Hinweise gibt es darauf aber. Als wir an der Beskenstraße recherchieren, stehen an einer Ecke plötzlich zwei junge Männer, unterhalten sich auf Arabisch und scheinen auf jemanden zu warten. Beide in Jeans, Pullover, Sneakers. Einer mit rasierten, einer mit gegelten Haaren. Als ein dritter Mann vorbeikommt, kaufen die beiden Männer mit Münzgeld einen Joint, den sie sofort rauchen.

Illegaler Handel mit Handys?

Dann bekommt einer der beiden einen Anruf, redet plötzlich nicht mehr auf Arabisch, sondern in akzentfreiem Deutsch. „Ich kann dir ein neues iPhone 7 für 400 Euro geben“. „Ja, neu, 128 Gigabyte“, wiederholt der Mann. Zum Vergleich: Normalerweise würde man für das Gerät einen Neupreis von etwa 700 Euro bezahlen. Nachdem der Anruf beendet ist, verschwinden die Männer in einem Laden an der Straße. Kommen anschließend aber wieder und erneut führt einer der beiden ein Telefonat, in dem es um den Kauf eines Apple-Gerätes geht. Diesmal soll ein iPhone 6 den Besitzer wechseln.

Auf eine Presseanfrage der WAZ teilte die Polizei mit, dass man Hinweisen aus der Nachbarschaft auch nachgehen würde. Aber ein gewisses System der Angst scheint an der Beskenstraße gut zu funktionieren. Und so geht der fröhliche Handel wohl vorerst weiter. (red)

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