Kunstschmied Heinz Schäpers ist nun kreativ in Essen

Der Kunstschmied Heinz Schäpers (81)betrieb Jahrzehnte lang sein Atelier in Gelsenkirchen, inzwischen hat er seit vier Jahren eine neue Heimat im Essener Norden. Hier mit einer Skulptur, die er einst für eine Ausstellung in Kevelaer schuf.
Der Kunstschmied Heinz Schäpers (81)betrieb Jahrzehnte lang sein Atelier in Gelsenkirchen, inzwischen hat er seit vier Jahren eine neue Heimat im Essener Norden. Hier mit einer Skulptur, die er einst für eine Ausstellung in Kevelaer schuf.
Foto: Funke Foto Services
Der 81-jährige Metallbildhauer fand nach Jahrzehnten in Gelsenkirchen vor vier Jahren eine neue Heimat und Werkstatt.

Gelsenkirchen.. Es gab eine Zeit, da haderte er mit seinem Schicksal. Da stand er voller Trauer und auch voller Zorn vor den Trümmern seiner Existenz. Heute, fünf Jahre später, nachdem seine einstige Schmiedewerkstatt an der Horster Straße in Schutt und Asche gelegt wurde und einem Neubau weichen musste, da sagt der Künstler Heinz Schäpers wieder lächelnd über sich: „Ich bin glücklich.“ Denn in Essen fand er inzwischen ein neues Zuhause und eine neue Werkstatt, ist kreativ wie eh und je.

Das Motto, das der 81-jährige Kunstschmied und Metallbildhauer stets seinem kreativen Schaffen, aber auch seinem Leben voranstellte, es half auch diesmal: „Man muss die Gedanken schmieden wie das Eisen im Feuer.“ Heinz Schäpers, der Ironman, der Zeichner, der Poet und Philosoph und nicht zuletzt der Vater von 13 Kindern, zog kurzentschlossen mit seiner Frau nach Essen und richtete sich auf dem Firmengelände seines Sohnes Haus und Werkstatt ein.

"Es geht immer irgendwie weiter"

Eine zauberhafte, verwunschene Idylle am Rande eines Industriegebietes. „Atelier im Hof“ verkündet das einladende Schild über dem schmiedeeisernen Törchen. Relikte aus der guten alten Gelsenkirchener Zeit. Ein bisschen Wehmut darf schon sein! Wer das Türchen durchschreitet, der trifft auf plätschernde Brunnen, auf stählerne Skulpturen mitten im Grünen, auf filigrane Objekte gleich unterm rankenden Wein. Vor der Werkstatttür hängt ein Spruch von Euripides: „Man soll sich nicht über Dinge ärgern, denn das ist denen völlig egal.“ Ein Motto, das passt zum gebürtigen Dorstener, der rückblickend über sein Leben sagt: „Es geht immer irgendwie weiter.“ Alte Kontakte nach Gelsenkirchen, wo er so viele Akzente im öffentlichen Raum setzte, pflegt er bis heute, schmiedete erst vor wenigen Tagen einen 1,50 Meter breiten Rolls Royce, ein Modell von 1908. Das Wandobjekt war Auftragsarbeit einer Autoliebhaberin aus Buer: „Gereizt hat mich das Thema, weil bei der Herstellung dieses Fahrzeugtyps bis zu 55 Kunsthandwerker beteiligt waren, darunter Berufe, die längst verschwunden sind.“

Auch wenn die Werkstatt heute kleiner, der Schmiedeofen schmaler und der Platz geringer ist, die Ideen und Träume von Heinz Schäpers wachsen noch immer in den Himmel. Zwischen riesigen Mengen an wohl sortierten Hämmern, Schleifsteinen, Feilen, Bohrern, Meißeln und Amboss stehen Modelle, Entwürfe, hängen Zeichnungen, aber auch Erinnerungen an bereits entstandene Objekte.

Fast vollendet stehen zum Beispiel gerade die dicken „Freundinnen“ da, üppig die eine, mager die andere, schreiten sie durch dick und dünn. Skizzen der Bodenskulptur dokumentieren, dass Heinz Schäpers auch ein ausgezeichneter Zeichner ist, ursprünglich gar Kunstmaler werden wollte. Den Hammer zu schwingen lernte er übrigens 1948 auf dem Halfmannshof. Künstlerisch fühlt er sich bis heute vor allem der Figur verpflichtet. So stammt die Gruppe „Rebekka“ auf der Hochstraße von Schäpers oder der Fotograf auf der Vinckestraße.

 
 

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