Kunst vom Keller bis zur Empore

Deborah Vogtmann
In der Auferstehungskirche läuft die dritte Ausstellung der KPR bis zum 31. Oktober.
In der Auferstehungskirche läuft die dritte Ausstellung der KPR bis zum 31. Oktober.
Foto: WAZ FotoPool
Die Gruppe Kunstperipherie Ruhrstadt machte die Auferstehungskirche wieder zur Galerie. Ausstellung von acht Kreativen läuft bis Ende Oktober.

Gelsenkirchen. „Das Gebäude hat als Ausstellungsraum einen ganz besonderen Reiz“, betont David Kumpernas, der die 3. Ausstellung der Reihe „Kunstperipherie Ruhrstadt“ (KPR) in der Auferstehungskirche in der Neustadt eröffnet hat. In der Kirche an der Josefstraße 14, die 2011 entwidmet wurde, präsentieren nun bis zum 31. Oktober acht Künstler ihre Werke. Und dabei wurde wirklich jeder Winkel der Kirche genutzt.

Bewundern können Besucher eine Vielfalt von Darstellungsformen – von Fotografie, über Malerei und Skulpturen bis hin zu Installationen ist alles dabei. „Es ist eine Sammel-Ausstellung“, erklärt David Kumpernas, zweiter Vorsitzender des Vereins KPR.

"Sie entstehen einfach, während ich sie forme"

Zunächst geht es in den Keller der Jugendstilkirche. Dort, in den dunklen Katakomben, hat Helmut Warnke seine Installation weiter entwickelt, die sich thematisch mit dem Nahen Osten beschäftigt. Inspiriert wurde er dabei von der iranischen Künstlerin Ahang Nakhaei, die auch selbst auf einer Fotografie zu sehen ist.

Auf den Emporen erwarten den Besucher groteske Skulpturen von Jens Dornheim. Unter den Objekten aus Ton befindet sich unter anderem eine Nachbildung von Nietzsches Kopf. „Er hat ein markantes Gesicht. Das bot sich an. Die meisten meiner Skulpturen haben aber keine Modelle. Sie entstehen einfach, während ich sie forme“, erklärt Jens Dornheim. Neben den Tonskulpturen sind verschiedene Acryl-Arbeiten von Antje Clara Bücker, Thomas Müller und provokantere Darstellungen von Martin Naber ausgestellt.

Lost Properties

Im Dachstuhl und in einem Turmzimmer der 1911 eröffneten Kirche kann der Besucher die Installation „Lost Properties“ von Dave King und Daniel Lionalveola entdecken. „Hier sind Gegenstände ausgestellt, die in der Kirche zurückgelassen wurden, zum Beispiel eine Bibel von 1902 oder einige alte Dias“, erklärt Kumpernas. Die Dias werden im Dachstuhl auf dem Gebälk und einigen Leinwänden gezeigt und mit bunten Scheinwerfern beleuchtet. Der Blick lohnt sich allein schon, um das imposante Gewölbe und das Uhrwerk zu bestaunen.

Die Ausstellungsreihe in der Auferstehungskirche ist bereits die elfte Auflage der KPR. Sie kooperiert dabei mit dem Referat Kultur der Stadt Gelsenkirchen und dem Café-42 in Beckhausen. Mehr unter www.kunst-peripherie-ruhrstadt.de.