Kunst bewegt Räume - Auf der Spur des Wassers

Die in Berlin lebende Künstlerin Claudia Schmacke stellt am Freitag, 22. Juni, gemeinsam mit dem  Kunstverein Gelsenkirchen in der Kleingartenanlage Erle an der Mühlbachstraße das Projekt „Probe“ vor.
Die in Berlin lebende Künstlerin Claudia Schmacke stellt am Freitag, 22. Juni, gemeinsam mit dem Kunstverein Gelsenkirchen in der Kleingartenanlage Erle an der Mühlbachstraße das Projekt „Probe“ vor.
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen.. Vögel zwitschern, in der Ferne röhrt ein Rasenmäher. Idylle pur. Und mitten in dieser naturbetonten Welt des Kleingartenvereins Erle an der Mühlbachstraße 38 wird am heutigen Freitag, 22. Juni, ab 18.30 Uhr der Blick auf ein neues Kunstwerk gelenkt: Eine der fünf „Probe“-Skulpturen der Künstlerin Claudia Schmacke hat hier ihren Platz gefunden.

Schon von weither ist ihr Objekt sichtbar, leuchtend grün-gelbe Flüssigkeit in einer runden Glaskugel markiert hier den natürlichen Verlauf des Springbaches, der quer durch die Kleingartenanlage verläuft. „Das ist die dritte von fünf Stationen, an denen die Probe-Objekte aufgestellt werden“, erzählt Ulrich Daduna vom Kunstverein Gelsenkirchen, der das Projekt gemeinsam mit der Initiative „Kunst bewegt Räume“ erdacht hat.

Oberstes Ziel der Kunstaktion im öffentlichen Raum: Man will aufzeigen, wo es früher Wasserwege gab, die heute längst in Vergessenheit geraten sind. „Als die Emscher kanalisiert wurde, verschwanden viele der kleinen Bäche und Zuläufe aus dem Sichtfeld. So weiß man heute oft gar nicht, wo diese Bäche genau verlaufen. Das haben wir anhand von historischem Kartenmaterial mühselig nachverfolgt. Und nun wollen wir mit den Kunstobjekten den natürlichen, zum teil unterirdischen, Verlauf des Wassers markieren“, so Daduna.

Wasser sucht sich seinen natürlich Weg

„Für mich als Stadtplaner ist Stadtgeschichte auch Bachgeschichte“, fügt Dr. Lutz Heidemann hinzu: „Auch aus heutiger Sicht ist es wichtig, zu wissen, wo die Bäche früher langgeflossen sind. Denn wenn es einmal eine Hochwasserkatastrophe gibt, wird sich das Wasser seinen natürlichen Weg wieder suchen“, erklärt der frühere Stadtplaner.

Für die künstlerische Umsetzung dieser Markierungen hat Claudia Schmacke sich nun die kugelförmigen Skulpturen auf einem Edelstahlpfahl ausgedacht. „Das Wasser in den Kugeln ist wie eine Art Wasserprobe direkt aus den Bächen entnommen worden. Um es besser sichtbar zu machen, habe ich es eingefärbt“, erklärt die in Berlin lebende Künstlerin.

Drei von fünf „Probe“-Skulpturen stehen

„Ganz nebenbei möchte ich mit der Einfärbung auch auf die zunehmende Wasserverschmutzung aufmerksam machen. Deshalb wird jede Probe dunkler und im fünften Objekt der Serie dunkelviolett gefärbt sein“, sagt sie. Einen Meter tief wurden die Objekte mit Hilfe von Gelsenkanal in den Boden gegraben, bislang stehen drei von den geplanten fünf Skulpturen. Der frühere Kulturdezernent Peter Rose wird heute ab 18.30 Uhr die Einführung zum Werk gestalten.

Eine Übersicht über alle „Probe“-Standorte und mehr Hintergrundinformationen zum Projekt gibt es auf www.kunstverein-gelsenkirchen.de.

 
 

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