Kulturloge Ruhr feiert Fünfjähriger im Hans-Sachs-Haus

Maria Eckardt
Markus Kiefer (li.) sorgte mit dem Ensemble Unterwegs für Kurzweil bei der Feier. NRW-Ministerin  Ute Schäfer (3. v.r.), amüsierte sich sichtlich bei der Feier zum fünfjährigen Bestehen der Organisation im Hans-Sachs-Haus.
Markus Kiefer (li.) sorgte mit dem Ensemble Unterwegs für Kurzweil bei der Feier. NRW-Ministerin Ute Schäfer (3. v.r.), amüsierte sich sichtlich bei der Feier zum fünfjährigen Bestehen der Organisation im Hans-Sachs-Haus.
Foto: Funke Foto Services
Gefeiert wurde das fünfjährige Bestehen der Kulturloge Ruhr – wie es sich gehört – mit den ehrenamtlichen Helfern und Kulturprogramm. Und es gab eine Überraschung.

Gelsenkirchen. Theater, Lesungen, Comedy, Konzerte oder Tanz – das Ruhrgebiet bietet kulturell ein breites Spektrum an Unterhaltung und Bildung. Doch nicht immer wird das Kulturangebot zu 100 Prozent ausgeschöpft. Sitzplätze bleiben oft frei. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die würden das Angebot gerne nutzen, haben aber nicht das nötige Kleingeld dafür.

Damit die Arbeit von Kulturschaffenden wertgeschätzt wird und Menschen mit wenig oder gar keinem Einkommen glücklich gemacht werden, vermittelt die als Kulturloge Ruhr bekannt gewordene ruhrgebietsweite Organisation zwischen den beiden Seiten. Im Kulturhauptstadtjahr Ruhr 2010 wurde der von Ehrenamtlern getragene gemeinnützige Verein ins Leben gerufen. Am Freitag feierte man das fünfjährige Bestehen im Gelsenkirchener Hans-Sachs-Haus.

Auch neue Zielgruppen wie Kinder und Jugendliche erreichen

Pünktlich zum Geburtstag wurde auch der neue Name der Organisation vorgestellt: „KulturPott.Ruhr“. Er soll für die Vielseitigkeit der Arbeit und der Menschen stehen. Ein Imagefilm von Grafiker Jesse Kraus brachte das Projekt noch einmal auf spielerische Art und Weise auf den Punkt. Die Umbenennung war nötig geworden, weil eine andere Kulturloge schon lange gegen den Namen geklagt, so die Arbeit behindert hatte. Laut Vorstand ist die Rechtslage unklar,. Am Konzept ändert sich durch die Umbenennung nichts. Allerdings ist sie mit Kosten verbunden, wegen der Logos und Flyer.

„Kultur ist Grundnahrungsmittel und fungiert als Kitt der Gesellschaft“

Bei der Feier mit 200 Gästen im HSH gab es Musik vom Ensemble Unterwegs, künstlerisch begleitet vom Gelsenkirchener Schauspieler Markus Kiefer. Antonia Illich, Gründerin und Vorsitzende der Kulturloge Ruhrgebiet erklärte: „Kultur bewegt, verbindet und öffnet Türen. Unser Ziel ist es, weitere Zielgruppen zu erreichen, an die wir sonst schwieriger drankommen. Dazu gehören Kinder aus bildungsschwachen Gegenden, Kinder mit Migrationshintergrund und Jugendliche. Außerdem wollen wir Menschen mit Behinderung mehr integrieren.“ Sie dankte rund 100 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die an der Kulturverbreitung mitgewirkt hatten.

Stadtdirektor Dr. Manfred Beck sah besonders die kulturelle Bildung und die damit verbundene Gleichstellung der Bürger als einen wichtigen Punkt: „Kultur ist ein Grundnahrungsmittel und hat die Funktion als Kitt der Gesellschaft. Jeder Mensch sollte am kulturellem Leben teilnehmen dürfen.“ In Gelsenkirchen habe man 460 Gästen das Kulturangebot nahe gebracht.

Unterstützung erhielt die Kulturarbeit durch NRW-Familien- und Kulturministerin Ute Schäfer. Sie bedankte sich in einer Rede bei den Menschen, die an dem Projekt mitarbeiten und erklärte: „Das zentrale Motto ist Wandel durch Kultur. Kulturelle Teilhabe führt zu gesellschaftlicher Teilhabe. Das müssen wir weiterführen“, so die Worte der Ministerin.