Essen

Kreuz in Arm geritzt, gebissen und geschminkt: Trio misshandelt Mann in Gelsenkirchen

Zwei Männer und eine Frau misshandelten einen Bekannten in Gelsenkirchen.
Zwei Männer und eine Frau misshandelten einen Bekannten in Gelsenkirchen.
Foto: Oliver Müller / WAZ FotoPool
  • Eine Frau und zwei Männer sind vor der Großen Strafkammer des Essener Landgerichts angeklagt
  • Sie sollen einen Bekannten schwerst misshandelt haben
  • Vor Gericht spielten sie das Geschehen herunter

Essen. „Das ist keine tolle Geschichte“, sagt Manuela S. gleich zweimal, während sie vor der Großen Strafkammer des Essener Landgerichts schildert, was sich in der Nacht des 18. auf den 19. November 2016 in einer Gelsenkirchener Wohnung abgespielt haben soll.

Eine Beziehungstat

Zusammen mit Ex-Freund Uwe B. (52) und ihrem Verlobten Frank K. (47), soll die 40-Jährige den Vater ihrer 16-jährigen Tochter in ihre Wohnung gelockt haben.

Dort misshandelten die Drei ihn brutal.

Schläge, Bisse und Messerschnitte

Laut Staatsanwaltschaft schlugen sie ihm unter anderem ins Gesicht und traktierten ihn mit einem Teleskopschläger. Manuela S. soll ihm außerdem noch unterhalb der Augen blutig gebissen, ihn mit einem Messer ein Kreuz in den Arm geritzt, die Wunden mit Sagrotan besprüht und anschließend geschminkt haben.

Grund für den brutalen Exzess: Eifersucht. Nach Aussage der Angeklagten konnte das Opfer sie nicht in Ruhe lassen. In einem Facebook-Post soll er sie zudem als „Hure und Nutte“ beschimpft haben.

„Gemütliche Runde“

In ihrer Aussage spielte sie das Geschehen runter. „Wir saßen in unserer Runde zusammen, sollten nur gemütlich trinken und reden“, so Manuela S.

Geschehen habe sich verselbstständigt

Dann habe sich das Geschehen verselbstständigt. „Das war eine selten dämliche Idee, ihn zu beißen. Ich habe doch extra aufgepasst, dass er keine Narben bekommt.“

Und auch zu der Aktion mit dem Kreuz auf seinem Arm hatte sie eine Erklärung: „Er wollte sich vor unseren Augen die Pulsadern aufschneiden. Da sagte ich nur: 'Na, da kommt ja gar kein Blut raus, ich kann dir leicht helfen'.“

Anschließend schnitt sie ihm dreimal mit einem Küchenmesser tief in den Arm.

Erst nach mehreren Stunden ließen die Angeklagten von dem Mann ab und ihn laufen.

Angeklagter stand angeblich unter Beruhigungsmitteln

Vor Gericht schilderten auch die beiden weiteren Angeklagten den Abend. Frank K. sagte aus, dass er unter Alkohol und Beruhigungsmitteln gestanden habe, Ex-Freund Uwe B. saß laut seiner Aussage zumeist nur auf der Couch.

„Stand und Schießgericht“

Anders schildert das das Opfer. „Das war ein Stand- und Schießgericht“, sagt er. „Die saßen vor mir und ich musste Rede und Antwort stehen. Da sagt man doch, was die wollen, Hauptsache, man überlebt.“

Weiter schildert er, dass er gar nicht gewusst habe, was die Drei eigentlich von ihm gewollt haben und dass sie sich in einen Rausch gesteigert hätten.

Der zweite Verhandlungstag ist für den 20. Juni angesetzt.

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