Kreativität aus der Spraydose

In den Ferien brachten Jugendliche im Rahmen eines Graffitiworkshops Farbe ins Lalok Libre. Künstlerisch angeleitet wurden sie dabei durch Dan „Sponk“ Geffert.

Gelsenkirchen. „Wir sind schon ziemlich stolz. Jetzt ist es wirklich „unser“ Raum“, sind sich Selin (12), Rubie (17), Rosalia (16), Mayda (13) und Burak (20) einig. Sichtlich geschafft sitzen die Jugendlichen im „Lalok Libre“, um ihr Werk zu präsentieren. In den Osterferien haben die Fünf an einem Kreativworkshop des Graffitikünstlers Dan Geffert – alias „Sponk“ – teilgenommen und auf diese Weise den Aufenthaltsraum der Einrichtung verschönert. Stolz dürfen sie dabei zu Recht sein, denn das Ergebnis kann sich sehen lassen.

„Das Zimmer war schon fast zu einer Art Abstellraum geworden“, erzählt Venetia Harontzas vom Lalok Libre. „Wir haben überlegt, wie es ein wenig aufgepeppt werden kann. So ist das Projekt eigentlich entstanden.“ Zwei Wochen lang haben die jungen Künstler unter der Leitung von Dan Geffert sechs Großraumbilder geschaffen. Vom ersten Motiventwurf, über das Zuschneiden der Bretter, das Vormalen und Abkleben bis hin zum Sprayen – alles entstand in Eigenregie der Kids.

Homer Simpson knabbert Schriftzug an

Der Graffitikünstler gab dabei die Konturen vor. „Dan hat schon ein paar Motivvorschläge mitgebracht. Aber wir konnten auch unsere eigenen Ideen umsetzen“, erzählt Selin. So entschieden sich die Jugendlichen für Kenny aus der Serie South Park, Futuramas Roboter Bender, Super Mario mit Yoshi, die Hello-Kitty-Katze und Spongebobs Freund Patrick, der rosa Seestern. Besonders viel Herzblut legten sie in die Gestaltung eines ganz speziellen Bildes: Zu sehen ist hier der Schriftzug „Lalok Libre“, der von Homer Simpson „angeknabbert“ wird.

„Es hat sehr viel Spaß gemacht, aber es war auch ziemlich anstrengend. Ich habe es mir ein wenig einfacher vorgestellt“, erzählt Rosalia. „Vor allem hatte ich zu Beginn ein wenig Angst, die Spraydose zu benutzen. Dafür muss man erst ein Gefühl bekommen.“

Sauberkeit und Perfektion

Deshalb wurde auch nicht direkt mit dem Graffiti begonnen. „Zunächst haben wir ein bisschen geübt. Der eigentliche Sprühakt begann erst am dritten Tag – selbstverständlich mit Atemschutz und Schutzbrille“, verrät „Sponk“. „Natürlich haben wir auch vorher geklärt, dass man nicht illegal den Stadtteil vollsprühen sollte.“ Der 22-Jährige begann vor acht Jahren mit der Graffiti-Kunst und bietet seit zwei Jahren auch Workshops an. Großen Wert lege er auf Sauberkeit und Perfektion.

Dass das Projekt wirklich mit Arbeit verbunden war, zeigt auch der plötzliche Teilnehmerschwund am ersten Tag. Zu Beginn waren nämlich noch ein paar weitere Helfer mit von der Partie, die sich schnell verabschiedeten. Der Kern der Gruppe blieb aber am Ball. „Es war wirklich spannend. Außerdem haben wir viel Neues gelernt“, sagt Rosalia. „Das Projekt hat uns als Gruppe gestärkt. Man lernt sich so veil besser kennen“, pflichtet Selin ihr bei. „Jeder von uns hat 100 Prozent gegeben.“

 
 

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