Kosten verzögern Verkehrsoptimierung in Gelsenkirchen

Ein Nadelöhr ist die Kreuzung Florastraße/Overwegstraße. Auch diese Straßen wurden untersucht. Die Verkehrsflussoptimierung ist allerdings kostspielig. Es reicht nicht, neue Software für die Ampelanlagen aufzuspielen. Denn die Elektronik der Gelsenkirchener Ampeln ist oftmals 30 bis 40 Jahre alt. Als müssen neue Computer her nebst moderner Software, dazu noch die Sensortechnik für Anforderungskontakte im Boden, an den Masten und auch Kameras.
Ein Nadelöhr ist die Kreuzung Florastraße/Overwegstraße. Auch diese Straßen wurden untersucht. Die Verkehrsflussoptimierung ist allerdings kostspielig. Es reicht nicht, neue Software für die Ampelanlagen aufzuspielen. Denn die Elektronik der Gelsenkirchener Ampeln ist oftmals 30 bis 40 Jahre alt. Als müssen neue Computer her nebst moderner Software, dazu noch die Sensortechnik für Anforderungskontakte im Boden, an den Masten und auch Kameras.
Foto: WAZ FotoPool
Ein Gutachten weist Lärmminderungspotenzial auf Hauptverkehrswegen aus. Kosten: fast zwei Millionen Euro. Die Umsetzung aber könnte Jahre dauern.

Gelsenkirchen. Ein besserer Verkehrsfluss, eine optimierte „grüne Welle“ für Gelsenkirchen, ist machbar. Zu diesem Schluss kommt ein von der Verwaltung in Auftrag gegebenes Gutachten, das der leitende Ingenieur Dr. Gerhard Listl im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz jetzt vorgestellt hat. Allerdings enthält das Vorhaben ein Aber: Und das sind die Kosten, die die Verkehrsplaner mit 1,65 bis 1,76 Millionen Euro taxieren.

Auf dem Prüfstand standen 21 neuralgische Abschnitte, dazu 96 Lichtanlagen, was einem Drittel aller Ampeln im Stadtgebiet entspricht. Untersucht wurden etwa die Grothusstraße, die Kurt-Schumacher-Straße oder die Bismarckstraße. Die Frage war, ob neue Ampelelektronik und moderne Software sowie auch Temporeduzierungen (das Gros in der Nacht) den gewünschten Mehr-Effekt an Verstetigung haben würden. Ergebnis: ja. Weiterer Effekt: unter anderem eine Halbierung des Lärmpegels. Mitunter könne sogar die bisherige Höchstgeschwindigkeit beibehalten werden.

Wo liegt das Problem?

Gutachter Gerhard Listl rät, die Tempoanpassungen mit den Ampeloptimierungen gleichzeitig durchzuführen, andernfalls verlagere sich das Problem, entstünden Staus an anderer Stelle. „Setzt man alle geplanten Maßnahmen auf einmal um, schlägt das mit etwa 1,65 Millionen Euro zu Buche, passiert das dagegen sukzessive, so reden wir von etwa 1,76 Millionen Euro“, so der Ingenieur.

Weil die Haushaltslage der Stadt aber Ausgaben ad hoc unmöglich macht, werden die Autofahrer Geduld aufbringen müssen. Das Referat Verkehr nannte „einen Umsetzungszeitraum von gut vier bis fünf Jahren“, indem häppchenweise modernisiert wird. Als erste Optimierungsmaßnahme wird die Feldmarkstraße von der Boniverstraße bis zur Hans-Böckler-Allee und die Rotthauser Straße von der Hartmannstraße bis zur Haydnstraße in Angriff genommen. Hier kommt unter anderem Tempo 30, der Ausschuss stimmte einstimmig dafür. Kostenpunkt: 100 .000 Euro. „Mehr ist derzeit nicht drin“, sagte Dr. Wilfried Wiedemann , Leiter des Referats Verkehr.

Wie geht es weiter?

Die Verkehrsplaner erstellen auf Basis des Gutachtens eine Prioritätenliste. Bei der Umsetzung aber mischt erschwerend die Feinstaubproblematik mit. Ufer- und Grothusstraße etwa dienen schon jetzt als Bypässe der stark belastetenden Verkehrsachse Kurt-Schumacher-Straße. Und 2016 beginnt die Sanierung der Brücke über den Hafenmund (Uferstr.) – da sind Staus und dicke Luft vorprogrammiert.

 
 

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