Kläranlage im Gelsenkirchener Marienhospital fertiggestellt

Ein Mitarbeiter der Emschergenossenschaft zeigt, wie die neue Kläranlage „PILLS“ hinter dem Marienhospital Gelsenkirchen funktioniert. Foto: Sascha Schuermann/dapd
Ein Mitarbeiter der Emschergenossenschaft zeigt, wie die neue Kläranlage „PILLS“ hinter dem Marienhospital Gelsenkirchen funktioniert. Foto: Sascha Schuermann/dapd
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Gelsenkirchen.. Unscheinbar wirkt das neue Gebäude im Hinterhof des Marienhospitals an der Virchowstraße. Dabei steckt jede Menge dahinter, oder besser: darin. In rund 20 Monaten Bauzeit hat die Emschergenossenschaft in intereuropäischer Zusammenarbeit eine neue Kläranlage errichtet, die die Abwässer des Krankenhauses von Spurenstoffen aus Medikamenten reinigen soll.

PILLS“ (Pharmaceutical Input and Elimination from Local Sources) heißt das Projekt passenderweise. Ein Verbotsschild mit Medikamenten-Pillen und einem Wasserlauf ist das Logo, das auch an der Außenfassade des Gebäudes einen Platz gefunden hat. Jetzt wurde die Anlage offiziell in Betrieb genommen. „Das ist ein technischer Sprung für Gelsenkirchen und das Krankenhaus. Wir erhoffen uns immens wichtige Erkenntnisse von dieser Anlage“, erklärt Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

In Zusammenarbeit mit fünf weiteren europäischen Partnern wurde die Anlage entwickelt. Elf Millionen Euro Finanzvolumen stecken in dem Projekt, das bis Dezember 2011 läuft und zur Hälfte von der EU finanziert worden ist. Allein 2,5 Mio. Euro kostete die Maßnahme am Marienhospital. Eine Investition für nachhaltige Wasserwirtschaft: „Wir wollen hier testen, ob es sinnvoler ist, die Spurenstoffe dezentral zu filtern, oder zentrale Kläranlagen nachzurüsten“, so Stemplewski.

Geklärtes Wasser wird in den Schwarzbach geleitet

200m³ Wasser kann die Anlage am Tag reinigen. „Die produzieren wir aber nicht ganz. Etwas Luft haben wir noch“, erklärt Frank Netz, Leiter der Technik des Marienhospitals. Trotzdem produzieren die 75000 Patienten des Krankenhauses im Jahr so viel Schmutzwasser, dass es sich lohnt, das Pilotprojekt an der Virchowstraße stattfinden zu lassen. Die Pills-Anlage arbeitet in mehreren Stufen: Einer Membranfiltration folgt eine Behandlung mit Ozon, das die Spurenstoffe gezielt aufbrechen soll. Eine Aktivkohle-Filtration bildet den Abschluss der Reinigung. Das geklärte Wasser wird in den Schwarzbach eingeleitet, die verdichteten Abfälle gesammelt und abtransportiert.

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