Kinder erleben in Gelsenkirchen die Welt der Indianer

Tabea Beissert
An einem künstlichen Lagerfeuer stellen sich die Indianer auf Zeit gegenseitig vor. Dabei nennen sie ihren indianischen Namen, den sie sich zuvor ausgesucht haben.
An einem künstlichen Lagerfeuer stellen sich die Indianer auf Zeit gegenseitig vor. Dabei nennen sie ihren indianischen Namen, den sie sich zuvor ausgesucht haben.
Foto: Funke Foto Services
  • Das Theater Gildenast bietet zum ersten Mal ein Ferienprojekt an
  • In der Forststation Rheinelbe sollen die elf Teilnehmer vor allem mit der Natur in Berührung kommen
  • Die Freizeit findet in drei Projektgruppen statt: Theater, Tanz und Poesie

Gelsenkirchen. In einem Kreis versammeln sich sitzend elf kleine Indianer. Das ein oder andere Haupt ist mit einer Feder geschmückt und manche Wange mit roter Farbe gemalt. In ihrer Mitte flackert ein Lagerfeuer. Doch: die Indianer sind keine echten, sondern elf Kinder, die eine Woche ihre Sommerferien in einer Ferienfreizeit verbringen. Auch das Feuer brennt nicht wirklich. Orangene Tücher sorgen hier vielmehr für die Lagerfeuer-Atmosphäre.

Den Kontakt zur Natur wiederfinden

„Ich heiße Alma aber für euch bin ich diese Woche Kimi“, stellt sich Alma Gildenast der Runde vor. Die junge Frau leitet seit 2014 das von ihrem verstorbenen Vater, Rolf Gildenast, gegründete Theater Gildenast, das die Ferienfreizeit organisiert. Gleich darauf gibt sie den Regenstab in ihrer Hand auch schon an das neben ihr sitzende Kind ab, das nun an der Reihe ist, seinen Namen zu nennen.

Nach und nach stellen sich die kleinen Indianer ihren Mitstreitern vor, mit denen sie seit gestern eine Ferienfreizeit in der Forststation Rheinelbe verbringen. In drei Projektgruppen – Theater, Tanz und Poesie – sollen die Kinder den Kontakt zur Natur wiederfinden. „Wir möchten die Kinder weg vom Bildschirm holen. Denn die Kinder, die in der Stadt leben, kommen kaum noch in die Natur“, meint Alma Gildenast. „Hier sollen sie sich auch einfach mal dreckig machen“, sagt Pia Pannenbäcker, die die Theatergruppe leitet. Dazu haben sich die Dozenten einige Aktionen überlegt, die vor allem an der frischen Luft stattfinden.

Indianische Namen

Gleich zu Beginn geht es zunächst einmal darum, sich als Gruppe zu fühlen. Dazu fassen sich die Kinder an der Hand und steigen gemeinsam über ein gespanntes Seil. Loslassen dürfen sie sich dabei nicht. Auch die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Elementen steht in den nächsten Wochen auf dem Programm. „Dabei steht die Frage im Vordergrund ‘Wie fühlen sich Luft, Wasser, Erde und Feuer an?’“, berichtet Gildenast.

Experimente mit Seifenblasen, Atemübungen oder das Tanzen mit Erde haben die Dozentinnen dazu geplant. Nach einer gemeinsamen Brotzeit geht es für die Indianer auf Zeit schließlich in den Wald. Hier sammeln sie Materialien, auf die sie schließlich ihren indianischen Namen schreiben. Dakota, Nita, Elu oder Hiawatha heißen die zehn- bis vierzehnjährigen Kinder nun. Um sich die Namen besser merken zu können, steht anschließend eine Übung an, durch die sie die Namen besser verinnerlichen sollen.

Anlass des Ferienprojekts war das Stück „T’gunat – Die indianische Legende vom Lachs“, nach Rolf Gildenast. „Das Theaterstück meines Vaters hat mich zu dem Motto des Projekts inspiriert“, sagt Alma Gildenast. Das Theater Gildenast bietet zum ersten Mal ein Ferienprojekt an. „Uns war es wichtig, einmal komprimiert am Stück etwas entwickeln zu können“, so Gildenast über ihr Projekt, das im Rahmen des Kulturrucksacks gefördert wird.