Joachim Hampe geht

Joachim Hampe ist Dezernent der Stadt Gelsenkirchen für die Bereiche Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, Recht, Ordnung und Bürgerservice. Am 3. Dezember wird er nach 40 Jahren  in den Ruhestand gehen.
Joachim Hampe ist Dezernent der Stadt Gelsenkirchen für die Bereiche Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, Recht, Ordnung und Bürgerservice. Am 3. Dezember wird er nach 40 Jahren in den Ruhestand gehen.
Foto: WAZ
Auf den letzten Metern seines langen, gut 40-jährigen Dienst-„Weges“ ist Joachim Hampe noch einmal umgezogen. Hans-Sachs-Haus, 1. Etage, Eckbüro mit bester Aussicht. Großformatige Bilder lehnen auf einem Sideboard an der Wand, eine mächtige Zimmerpflanze reckt sich der Decke entgegen, der Schreibtisch sieht nach viel Arbeit aus.

Gelsenkirchen. Auf den letzten Metern seines langen, gut 40-jährigen Dienst-„Weges“ ist Joachim Hampe noch einmal umgezogen. Hans-Sachs-Haus, 1. Etage, Eckbüro mit bester Aussicht. Großformatige Bilder lehnen auf einem Sideboard an der Wand, eine mächtige Zimmerpflanze reckt sich der Decke entgegen, der Schreibtisch sieht nach viel Arbeit aus.

Nebenan ist der große Besprechungsraum. „Hier kann man toll verhandeln. Man glaubt gar nicht, wie positiv sich eine gute Atmosphäre auf Gespräche auswirkt“, sagt Hampe. Das Hans-Sachs-Haus, hat er festgestellt, bleibt nicht ohne Wirkung auf mögliche Investoren. Es steht für Modernität des städtischen Angebots, für ein gutes Stück Zukunft.

Verhandelt hat Joachim Hampe im Dienste der Stadt in ungezählten Sitzungen: Zunächst war er als Sozial- und Rechtsdezernent, zuletzt als Vorstand für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, Recht, Ordnung und Bürgerservice gefordert. Und als Chef für rund 420 Mitarbeiter in seinen Verwaltungsbereichen.

Heute ist sein letzter Arbeitstag

Im September hat der Stadtrat mit seinem Stab den HSH-Bürotrakt bezogen. Am 3. Dezember steht der Abschied an, an seinem letzten Arbeitstag nach 16 Jahren als Dezernent dieser Stadt. Hampe wird im Januar 65, erreicht damit die Altersgrenze und geht in den Ruhestand.

Den großen Bahnhof zum Finale erspart er sich. Dienstag steht sein Büro Besuchern offen, Hampe „möchte ohne jede Förmlichkeit tschüss sagen“. Abends geht er mit seiner Frau Essen. Und dann – in die Arena. Schalke gegen Hoffenheim, Pokalspiel, ein Pflichttermin. Dazu passt, was Hampe in dem Brief schreibt, mit dem er sich verabschiedet: „Meine Arbeit als Dezernent für meine Stadt endet zwar, trotzdem bleibe ich mit Leib uns Seele Gelsenkirchener.“

Jurist ist Hampe, über 20 Jahre lang war er Richter. „Das hat meinen Arbeitsstil geprägt“, glaubt er. Es hat ihm auch geholfen, Situationen zu analysieren, Beweggründe zu erkennen. „Man sieht eher, wo die wahren Interessen hinter Streitigkeiten sind.“ Vor allem als Wirtschaftsförderungsdezernet war Hampe in der Stadt öffentlich präsent und dabei stets höchst verschwiegen. Investitionsverhandlungen auf dem Marktplatz der Eitelkeiten, für ihn ein No-go. Er weiß: Unternehmer können höchst sensibel sein. Und sie schätzen es nicht nur, wenn sie hofiert werden. „Wir sind nicht nur bei gutem Wetter da. Wir kümmern uns auch, wenn es schwierig wird“, sagt Hampe.

Durchschnittlich 1200 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze

Durchschnittlich 1200 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze pro Jahr wurden seit 2006 in Gelsenkirchen geschaffen. Viel, aber nicht genug, um die Stadt aus dem Keller der Arbeitslosenstatistik zu holen. Hampe weiß das. Und sieht dennoch die Erfolge. In seinen frühen Dezernentenjahren hat er die Hilfen zur Arbeit forciert. „In der Hochphase hatten wir über 1000 Stellen für Langzeitsarbeitslose.“ Eine ähnliche Job-Wirkung erhofft er sich vom Gelsenkirchener Appell, wenn der denn nicht zwischen Düsseldorf und Berlin auf der Polit-Strecke bleibt.

Vor Ort war manche Weichenstellung einfacher: Die Entwicklung im Berger Feld, Medicos, das Courtyard-Hotel zählt Hampe dazu, oder auch die Ansiedlung von Großlogistikern wie Loxx oder Wheels. Symbolische erste Spatenstiche gehörten dabei oft genug zum veröffentlichten Bild des Wirtschaftsförderes. Der letzte in seiner Amtszeit stand letzte Woche auf dem Graf Bismarck-Gelände an. Dort gab es endlich den Durchbruch bei der Gewerbeansiedlung. Ein Torspezialist siedelt sich an.

 
 

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