Irene Mihalic ist ein Gesicht der Grünen

Premiere im Bundestag: Anlässlich der Generaldebatte zum Thema Innenpolitik am 30. Januar 2014 hielt Irene Mihalic ihre erste Rede.
Premiere im Bundestag: Anlässlich der Generaldebatte zum Thema Innenpolitik am 30. Januar 2014 hielt Irene Mihalic ihre erste Rede.
Foto: WAZ
Das Leben als Abgeordnete in Berlin hat es in sich. Irene Mihalic (38) zog vor zwei Jahren bei der Wahl über die Landesliste für die Bündnisgrünen in den 18. Deutschen Bundestag ein.

Gelsenkirchen.. Das Leben als Abgeordnete in Berlin hat es in sich. Irene Mihalic (38), vor zwei Jahren bei der Wahl über die Landesliste für die Bündnisgrünen in den 18. Deutschen Bundestag eingezogen, blickt in einer Halbzeitbilanz zurück: „Ich wusste ja gar nicht, wie sich das alles abspielt. Dass Sitzungswochen dermaßen durchgetaktet sind, damit hatte ich anfangs schon meine Probleme.“

Gerade im Fall von Irene Mihalic ist das kein Wunder. Für die Polizeibeamtin, bis zu ihrer Wahl am 22. September 2013 im Präsidium Köln eingesetzt, gab es keine Lernphase in der Fraktion, so gut wie keine Akklimatisierung. Wo andere sich in Volksparteien attraktive Positionen erst erarbeiten müssen, wurde sie ins kalte Wasser geworfen und bekleidete von Anfang an öffentlichkeitswirksame Positionen:

Die 38-Jährige ist Sprecherin der Grünen für innere Sicherheit und Obfrau im Innenausschuss des Bundestages – und damit eine wichtige Gesprächspartnerin für die Medien, die in Berlin auf der Jagd nach Meinungen und Informationen sind. Schließlich hat die mit 63 Mitgliedern kleinste Fraktion (die Linken haben 64) Irene Mihalic ohne Zögern in den Edathy-Untersuchungsausschuss geschickt. Was die Bild-Zeitung zu dieser plakativen Schlagzeile trieb: „Irene ,Eisenhart’ Mihalic – Wie gefährlich wird diese grüne Polizistin für die SPD?“

Für ihre Bündnisgrünen hält sie ausdrücklich fest, wie groß das Vertrauen in sie gewesen sei und nach wie vor ist. Der zweite NSU-Untersuchungsausschuss wird kommen und Mihalic für die Grünen ein Mitglied sein. Mittlerweile ist für die Gelsenkirchenerin vieles zur Routine geworden in der Hauptstadt, ohne dass es je langweilig werden würde. „Die Fraktion lässt mir viel Raum, mein Büro arbeitet sehr gut. Dank dieser Organisation hat sich meine Selbstbestimmtheit ständig verbessert.“

Konzentration auf die Arbeit

Was ihr an den Sitzungswochen in der Hauptstadt so gefällt, ist die ungestörte Konzentration auf den intensiven Arbeitstag. „Ich bin morgens um 7.30 Uhr die Erste im Büro und abends die Letzte, die gegen 23 Uhr geht“, schildert sie. Freizeit in Berlin? Die würde sie schon haben, aber nur zu bestimmten, zu ausgewählten Zeiten. Etwa wenn sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Gelsenkirchener Stadtverordneten Dennis Melerski (Grüne) die Hauptstadt näher kennenlernen möchte, er nach Berlin käme. „Unser Privatleben findet aber hauptsächlich in Gelsenkirchen statt“, sagt Irene Mihalic. Und erkennt in dieser räumlichen Trennung den Vorteil, sich im Bundestag tatsächlich um die Arbeit als Abgeordnete kümmern zu können und nicht darüber nachdenken zu müssen, dass da vielleicht Zuhause jemand auf einen warte.

Die Frage nach ihrer beruflichen Zukunft beantwortet die 38-Jährige prompt: „Ich wäre gerne weiterhin eine Bundestagsabgeordnete der Grünen.“ Das sei ihr Ziel, das sie bei der nächsten Bundestagswahl in zwei Jahren wieder erreichen wolle.

Die Ebene ist spannend

Was Irene Mihalic besonders reizt an dem Job, ist die Ebene, auf der in Berlin politisch gearbeitet wird. „Hier wird gestaltet. Hier werden die Gesetze entworfen und diskutiert – nach denen wir unser Leben ausrichten.“ Entsprechend spannend sei es auch, in der Opposition zu arbeiten, trotz der einen oder anderen Niederlage „Da gibt es einige Themen, zu denen man sich positionieren kann, um Debatten zu entfalten, die bis in die Bevölkerung gehen und dort weitergeführt werden. Etwa im innenpolitischen Bereich, bei der Flüchtlingssituation oder im Fall der Griechenland-Krise.“

Das sorge für Transparenz bei den Menschen. Und an diesem Punkt hat sie überhaupt keine Zweifel: „Das geht nur in Berlin.“

 
 

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