Integration in allen Facetten

Die in Pakistan geborene Asima Umer (r.) bemalte Besucher (hier die achtjährige Hafsanur) mit Hennatattoos. Foto: Martin Möller
Die in Pakistan geborene Asima Umer (r.) bemalte Besucher (hier die achtjährige Hafsanur) mit Hennatattoos. Foto: Martin Möller
Foto: WAZ FotoPool

Der Duft von kulinarischen Leckerbissen aus der ganzen Welt strömte den Besuchern schon auf dem Weg zum Consolgelände entgegen. Die kulturelle Vielfalt Gelsenkirchens konnte beim Tag der Integration am Samstag aber nicht nur mit dem Gaumen entdeckt werden. An vielen Ständen informierten sich die Besucher über das breit gefächerte Angebot der Migrantenvereine.

Im Kulturhauptstadtjahr feierte der Tag der Integration seine erfolgreiche Premiere auf der Bahnhofstraße. Der Integrationsrat der Stadt hat sich nach dem Erfolg im vergangenen Jahr für die Neuauflage in 2011 auf Consol stark gemacht. Auch, um seine Arbeit interessierten Bürgern näher zu bringen.

Osman Duran, der Vorsitzende des Integrationsrates, erinnerte auf dem ehemaligen Zechengelände an die Geschichte der Migration im Ruhrgebiet und richtete seinen Blick auch auf die Gegenwart: „Unabhängig vom Migrationshintergrund sind alle Menschen in unserer Stadt am Strukturwandel beteiligt.“ In diesem Zusammenhang betonte Duran die Bedeutung der so genannten „ethnischen Ökonomie“. Hinter diesem Begriff stecken die unternehmerischen Aktivitäten von Migranten und das Phänomen, dass Menschen mit Migrationshintergrund auf schlechtere wirtschaftliche Bedingungen und Arbeitsmarktkrisen in der Vergangenheit stärker mit Selbstständigkeit reagiert haben als Deutsche. Einen besonderen Gruß richtete Duran Osman, neben seiner Tätigkeit als Integrationsratsvorsitzender auch Vorstandsmitglied im Rotthauser Ditib-Moscheeverein, an die türkischstämmigen Besucher. „In diesem Jahr feiert das Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei sein 50-jähriges Jubiläum.“

Der Integrationsrat, den es in Gelsenkirchen seit 2009 gibt, versteht sich jedoch als Bindeglied zwischen Politik, Verwaltung und allen Migranten. Auf dem roten Platz zwischen Consoltheater und Probenzentrum tummelten sich deshalb auch alle Nationen. Vom albanischen Kultur- und Sportverein über den türkisch-deutschen Hilfsverein, diversen Kulturvereinen bis hin zum kroatischen Fußballclub NK Zrinski. Neben diesen Migrantenselbstorganisationen (vertreten waren auch Nachhilfevereine und ein internationaler Unternehmerverband) waren auch der Integrationsrat selbst, die Seniorenvertreterinnen und Nachbarschaftsstifter sowie Gelsensport mit Infoständen vertreten. Zudem präsentierten die Wohlfahrtsverbände, insbesondere die Arbeiterwohlfahrt, ihr Angebot rund um das Thema Integration. Auch Oberbürgermeister Frank Baranowski stattete den Informationsständen nach seinem Grußwort, einen Besuch ab.

Auf der Bühne zeigten die Gruppen Musik und Tanz aus der ganzen Welt. U.a. dabei: Hip-Hop aus dem Libanon von Bilal Khodr, die Gruppe Orfeas mit griechischer Folklore, die Kinder-Flamenco-Gruppe der katholisch-spanischen Gemeinde und die Mädchentanzgruppe vom Fußballverein YEG Hassel, die YEGirls. Für Kinder hatte Gelsensport ein buntes Bewegungsprogramm auf dem weißen Platz auf die Beine gestellt. Ein Pantomimen-Workshop, Clown „Micky“ und Fahrten mit der Bimmelbahn rundeten das Programm ab. Der Tag der Integration soll nun jährlich statt finden.

 
 

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