Inklusionswerkstatt für Gelsenkirchener Lehrer

Sibylle Raudies
Die Inklusionswerkstatt soll Lehrer unterstützen. Viel Material steht den Pädagogen für die individuelle Förderung zur Verfügung.
Die Inklusionswerkstatt soll Lehrer unterstützen. Viel Material steht den Pädagogen für die individuelle Förderung zur Verfügung.
Foto: Funke Foto Services
Im Hans-Sachs-Haus bekommen Pädagogen Unterstützung. Denn immer mehr Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen in Gelsenkirchen Regelklassen

Gelsenkirchen. Nie wechselten so viele Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in weiterführende Regelschulen wie in diesen Tagen. Gut zwei Jahre nach Einführung des Rechtsanspruches auf einen Platz in einer Regelschule für Kinder mit Förderbedarf wollen im nächsten Schuljahr die meisten Eltern für ihr Kind das Recht in Anspruch nehmen.

125 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind dafür angemeldet. Es ist dann der dritte Jahrgang mit Anspruch auf einen Platz an einer Regelschule. 202 Grundschüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf lernten im Schuljahr 2014/15 in Regelschulen, bei weiterführenden Schulen waren es im gleichen Zeitraum 225. Seither ist die Zahl weiter gestiegen. 15 weiterführende Schulen praktizieren das gemeinsame Lernen mittlerweile vor Ort. Neu hinzugekommen sind die Hauptschule Emmastraße und die Gertrud-Bäumer-Realschule.

Anforderungen sind gestiegen

Mit der steigenden Zahl förderbedürftiger Kinder sind auch die Anforderungen an die betreuenden Lehrer gestiegen. Im Rahmen des „Gelsenkirchener Wegs“ haben Schulamt und Schulträger nun eine Inklusionswerkstatt im Hans-Sachs-Haus eingerichtet. Unter Leitung der Inklusionsfachberaterin Astrid Schenk wird hier Unterstützung für Lehrer angeboten.

Schulamtsdirektor Bernhard Südfeld ist froh, dass insgesamt vier Sonderpädagoginnen mit je fünf Stunden pro Woche sowie die Leiterin mit zehn Wochenstunden als Experten freigestellt werden konnten, um für Fragen rund um das Gemeinsame Lernen zur Verfügung zu stehen. „Die meisten Stunden leisten wir an den Schulen selbst, vor Ort. Wir sehen uns die Situation an, sprechen mit Lehrern und Schülern und bei Bedarf im Einzelfall auch mit Eltern. Wobei wir alle auch noch selbst unterrichten,“ erklärt Sonderpädagogin Astrid Schenk, die mittlerweile fest an der Mulvany-Realschule unterrichtet, wo seit längerem gemeinsam gelernt wird.

Diagnostik, individuelle Förderangebote, Förderplanung und Differenzierung im Unterricht bis hin zu positiver Verhaltensregelung: Das sind die Kernaufgaben, bei denen die Inklusionswerkstatt Lehrer unterstützen will. Für diese Aufgabe hat Schulamtsgeschäftsführerin Christiane Kellerhaus-Koch ihr Büro geräumt. Ab sofort ist im Zimmer 334 eine feste Anlaufstelle für Lehrer. In der Werkstatt gibt es auch Materialien für den Unterricht, für Diagnostik, aktuelle Fachliteratur und mehr. Und natürlich berät und informiert Astrid Schenk auch über Fortbildungsangebote. Zudem werden sonderpädagogische Fachkonferenzen angeboten, um den Sonderpädagogen, die zum Teil an mehreren Schulen arbeiten, einen Erfahrungsaustausch untereinander zu ermöglichen.