Ingo Appelt präsentiert "Göttinnen" in der Kaue Gelsenkirchen

Dabei sieht er doch so brav aus... Foto: Robert Dyhringer
Dabei sieht er doch so brav aus... Foto: Robert Dyhringer
Ingo Appelt ist für sein neues Programm „Göttinnen“ unter die Prediger gegangen. Über zweieinhalb Stunden stand der Comedian auf der Bühne der Kaue. Je später es wurde, desto mehr ging er dort hin, wo das Publikum ihn nach wie vor haben will: unter die Gürtellinie.

Gelsenkirchen.. An zwei Abenden die Kaue restlos vollgemacht, Halleluja! Ingo Appelt ist für sein neues Programm „Göttinnen“ unter die Prediger gegangen. Erweckungsgottesdienste sollten die Abende werden, Hochämter für die Frau. „Ich bin der Messias“, versicherte der Comedian und setzte ansatzweise glaubhaft zur Lobhudelei auf die Frau an. Aber je später es wurde, desto mehr ging er dort hin, wo das Publikum ihn nach wie vor haben will: unter die Gürtellinie. Das hinsichtlich Alter und Geschlecht gemischte Publikum selbst ging noch tiefer: Es lag am Boden vor Lachen. Die selbst ernannte „Drecksau“ hatte zum humoristischen Tiefschlag angesetzt. Knock-out in der Kaue.

Besonders hart trifft es „Guidoline Schwesterwelle“. Immer wieder zerrt der Comedian den Außenminister und seine Homosexualität in den Comedy-Ring und haut drauf. Und auf die Kirche. Halleluja! Der Papst wolle Kondome in „begründeten Ausnahmefällen“ akzeptieren. „Was sollte das sein? HIV-positive Ministranten?“ Appelt ist böse wie eh’ und je, „Göttinnen“ hin oder her. Schwule, Politiker, Arbeitslose, Comedy-Kollegen, Sänger, Behinderte – alle müssen dran glauben. Behinderte? „Leute, wir haben über schlimme Dinge geredet heute. Da müsst ihr bei Schäuble nicht einknicken.“ Bei Selbstmörder Robert Enke ist dann aber endgültig Schluss mit lustig, es wird ganz still in der Kaue und Appelt rudert vorsichtig zurück.

Mittermeier und Paul Panzer müssen dran glauben

Über zweieinhalb Stunden steht der Comedian auf der Bühne. Halleluja! Allerdings ist der ein oder andere Gag auch nur aufgewärmt. Die Probleme etwa, die sich lieber selben lösen als von Angela Merkel angepackt zu werden. Oder Appelts Parodie auf Michael Mittermeier: beinahe 1:1 aus einem älteren Programm übernommen. Macht nix, das Publikum wiehert.

Überhaupt erweist sich der „Drecksack“ in Sachen Parodie als äußerst geschickt. Auf politischer Ebene gibt er kurze Kostproben als Kohl, Blüm, Schröder, Brandt, Strauß, Stoiber. Auch vor den Kollegen macht Appelt nicht Halt: neben Mittermeier müssen unter anderem Paul Panzer, Didi Hallervorden, Ralf Schmitz, Dieter Nuhr und Mario Barth dran glauben: „Der hat vor 70 000 im Olympia-Stadion gespielt. Hitler ist heute noch neidisch.“ Adolf Hitler geht immer bei Appelt.

Auch die kombinierte Grönemeyer-Westernhagen-Lindenberg-Parodie ist nicht von schlechten Eltern, allerdings nichts im Gegensatz zur Nuschel-Nummer mit dem neuen Tatort-Kommissar Till Schweiger. Die gefiel nicht nur den Frauen. Halleluja!

 
 

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