In Gelsenkirchen öffnen zwei Leseclubs

Tobias Mühlenschulte
Damit das Lesen eine unendliche Geschichte wird und bleibt, öffnen in Gelsenkirchen zwei Leseclubs für 6- bis 12-Jährige ihre Pforten.
Damit das Lesen eine unendliche Geschichte wird und bleibt, öffnen in Gelsenkirchen zwei Leseclubs für 6- bis 12-Jährige ihre Pforten.
Foto: WAZ FotoPool
Die Stiftung Lesen fördert das Fritz-Steinhoff-Haus in Bismarck und das Fritz-Erler-Haus in Hassel mit 10 000 Euro. 270 Bücher gibt es pro Leseclub, außerdem Möbel. Die sechs- bis zwölfjährigen Kinder sollen nicht nur ans Lesen herangeführt werden, sondern auch dauerhaft Spaß daran haben.

Gelsenkirchen. „Es war einmal ein Kind, dem das Lesen nicht viel Spaß gemacht hat. Lieber hat es ferngesehen oder Computerspiele gespielt. Doch das ist jetzt vorbei. Im Leseclub mit vielen anderen Kids entdeckte es seine Leidenschaft für Bücher und die Freuden einer Gemeinschaft.“ - Dieses Märchen vom Kind im Leseclub kann in Gelsenkirchen jetzt Realität werden. Zwei dieser Clubs öffnen in wenigen Tagen in Hassel (27. März) und Bismarck (20. März) ihre Pforten. Die Stiftung Lesen unterstützt das Fritz-Erler-Haus und das Fritz-Steinhoff-Haus mit Medienpaketen im Wert von jeweils rund 5000 Euro.

Möbel, Regale, ein Sofa und 270 Bücher pro Leseclub haben die Einrichtungen erreicht. Ziel dieser Clubs, die erstmals in Gelsenkirchen eingerichtet werden, ist das Heranführen von Kindern aus bildungsfernen Schichten und Kindern mit Migrationshintergrund ans Lesen. Und das in der Gruppe, in der Gemeinschaft, an zwei, bzw. drei Nachmittagen in der Woche.

"Schlüsselkompetenz auf Weg zu guter Bildung"

„Lesen ist die Schlüsselkompetenz auf dem Weg zu einer guten Bildung“, sagt Bildungsdezernent Manfred Beck. „Wer nicht gut lesen kann, wird es in der Schule und auch im weiteren Leben schwer haben.“ Und da setzt der Leseclub an. Kinder, die in ihrem häuslichen Umfeld weder Gelegenheit oder Anreiz bekommen, mal ein Buch in die Hand zu nehmen, sollen in die Welt der Buchstaben eingeführt werden.

„Den Erfolg verdanken wir einem richtig gut funktionierenden Netzwerk“, sagt Werner Rybarski vom Agenda21-Büro, das die Suche nach Partnern, die Koordination und die Formulierung der Anträge an die Stiftung Lesen übernahm – unterstützt von Bernd Hellbusch vom Seniorennetz Gelsenkirchen (demnächst „Generationennetz“).

Ergänzung der Förderaktivitäten

Beide Einrichtungen gehören zum Bauverein Falkenjugend. Kooperationspartner des Leseclubs Hassel im Fritz-Erler-Haus ist die Bildungsoffensive Hassel. „Es ist wirklich schön, dass wir den Leseclub Hassel unterstützen können“, sagt Herrmann Spickermann. Und Stefanie Veit vom Verein „Mentor – Die Leselernhelfer“ Gelsenkirchen sagt: „Wir freuen uns sehr auf unsere Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner, dem Bauverein Falkenjugend. Das Angebot stellt eine ideale Ergänzung unserer Förderaktivitäten in den Grund- und Förderschulen dar. Weitere Vernetzungen, sind die Beteiligten überzeugt, werden sich ergeben. Nicht nur das: Die Stiftung Lesen hat bereits die Förderung eines dritten Clubs zugesagt. Als Standort seien Horst, Schalke oder Ückendorf denkbar, so Rybarski.