Gelsenkirchen

In Gelsenkirchen liefert ein Mini-Zug das Kaltgetränk

Schüler des Berufskolleg Overwegstraße haben diese automatische Befüllungsanlage gebaut. Im Bild (v.l.n.r): Betreuungslehrer Christoph Hense, die Abendschüler Holger Seidel, Marcel Körner und Fouad Kollich.
Schüler des Berufskolleg Overwegstraße haben diese automatische Befüllungsanlage gebaut. Im Bild (v.l.n.r): Betreuungslehrer Christoph Hense, die Abendschüler Holger Seidel, Marcel Körner und Fouad Kollich.
Foto: Funke Foto Services
Von der Schnapsidee zur Projektarbeit: Schüler des Gelsenkirchener Berufskollegs Overwegstraße haben eine automatische Befüllungsanlage gebaut.

Gelsenkirchen. . Im Film ist alles möglich. Fußballfans auf der Couch wird da gern mal per Bier-Bahn ein „kühles Blondes“ im Wohnzimmer serviert – wie von Geisterhand. Quasi als Appetizer vor dem Torrausch.

Können Marcel Körner (Energieelektroniker), Holger Seidel (Energieelektroniker) und Fouad Kollich (Automatisierungstechniker) auch – sogar in echt! Die Mitdreißer sind Schüler des Berufskollegs für Technik und Gestaltung ander Overwegstraße. Was ursprünglich nur eine „Schnapsidee“ gewesen ist, bildet sechs Monate später den Abschluss einer aufwändigen Projektarbeit mit der Bestnote eins. Und ist ein Geschenk an jüngere Semester, die auch den Titel eines Staatlich geprüften Technikers ihr eigen nennen wollen.

Was ihre Anlage kann? Viel. Eine Lok mit Gläsern im Anhänger fährt unter den Stutzen einer Füllanlage. Das Glas wird mit Wasser gefüllt. Ein Kontakt meldet, wenn es voll ist. Der Füllvorgang endet, der Stutzen wird hochgezogen, der Zug rückt nach hinten und die Prozedur beginnt von Neuem. Am Ende tuckert der Zug mit dem Nachschub wieder zum Start zurück.

"Großartig helfen musste ich nicht"

„Klingt einfach, ist aber sehr aufwändig“, erklären die angehenden Techniker, die sich in Abendform weiterbilden. „Immerhin bremst und beschleunigt die Lok automatisch, sind die Vorgänge sensorgesteuert und an eine Überfülleinrichtung für den Notfall ist auch gedacht.“

Oft haben bis zur Realisation die Köpfe von Marcel Körner, Holger Seidel und Fouad Kollich geraucht – und nicht nur die. „Anfangs waren die Einschaltströme zu hoch, da hat der Verstärker gequalmt, der das Tempo der Bahn regelt“, erinnern sich die drei und grinsen.“

Dreimal die Woche haben sie an ihrer Füllanlage gewerkelt, in der Endphase oft auch am Wochenende. Arbeitsteilig, wie sie erzählen – einer kümmert sich um die Programmierung, ein anderer um die Verdrahtung und die Elektronik und der nächste um die mechanischen Herausforderungen.

Immer an ihrer Seite bei Fragen: Christoph Hense. Der Berufsschullehrer lobt seine Schüler: „Großartig helfen musste ich nicht. Trotz der hohen Arbeitsbelastung im Beruf tagsüber waren die Jungs sehr zielstrebig.“ Was natürlich auch damit zu tun hat, dass so ein Techniker-Titel die Eintrittskarte für höhere Aufgaben im Betrieb ist. Und vielleicht damit, dass es am Ende nicht etwa heißen sollte: Es kommt nichts Gutes dabei raus, wenn ein Schalker und ein Dortmunder zusammenarbeiten. . . Wobei man durchaus über den gefundenen Kompromiss bei der Farbwahl streiten könnte – der Getränkeanhänger ist nämlich blau-schwarz.

 
 

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