Gelsenkirchen

Im Einsatz auf den Gräbern

Jugendliche der Herz-Jesu-Gemeinde in Resse kümmerten sich um die Pflege des dortigen Gemeindefriedhofes, insbesondere um Wege und verwaiste Grabstellen. Mit dabei: Aaron, Benjamin, Nadine und Kristin (v.l.).
Jugendliche der Herz-Jesu-Gemeinde in Resse kümmerten sich um die Pflege des dortigen Gemeindefriedhofes, insbesondere um Wege und verwaiste Grabstellen. Mit dabei: Aaron, Benjamin, Nadine und Kristin (v.l.).
Foto: Michael Korte
500 junge Christen nahmen in Gelsenkirchen an der 72-Stunden-Aktion teil. In Resse halfen 13 Jugendliche , verwaiste Grabstellen des katholischen Gemeindefriedhofs zu pflegen.

Gelsenkirchen. „Uns schickt der Himmel“ hatten die Organisatoren der Aktion „72 Stunden“ auf ihren T-Shirts stehen. Für Friedhofsgärtner Johannes Wolter war das am Wochenende nicht nur ein Spruch: 13 Jugendliche kamen zum Friedhof in Resse, um verwilderte Gräber auf Vordermann zu bringen. 500 junge Christen engagierten sich in Gelsenkirchen an drei Tagen bei zahlreichen Aktionen für soziale Zwecke.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hatte zu der Aktion aufgerufen, 170 000 junge Menschen folgten bundesweit. „Man sagt ja häufig, dass früher alles besser war, aber an diesem Wochenende sieht man, dass auch heute noch Vieles gut ist“, lobte Friedhofsgärtner Wolter die Jugendlichen. 2000 Wahlgräber gibt es auf dem Kath. Gemeindefriedhof Herz-Jesu in Resse. Viele der großzügigen Gräber sind bereits 100 Jahre und älter. „Die meisten Wahlgräber werden von Generation zu Generation weiter gegeben“, so Johannes Wolter. Da aber die Nachfrage nach derart großen Gräbern rückläufig ist, gibt es auch einige verwaiste Stellen. „Dort gibt es keine Angehörigen mehr, die das Grab pflegen.“

Unterstützung von Jugendlichen

Nun bekam Friedhofsgärtner Wolter, der von der Gemeinde für die Instandhaltung der verwaisten Gräber beauftragt ist, Unterstützung von Jungen und Mädchen aus der Gemeinde. „Toll, dass sich die jungen Leute dafür interessieren.“ Unkraut jäten, Fugen der Gehwege von Moos befreien, graben und harken stand für die Helfer auf dem Programm. „Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man auf dem Grab steht und weiß, dass hier jemand liegt“, beschreibt Leoni Speichert ihr Bauchgefühl. Der 14-Jährigen macht die Aktion dennoch Spaß.

Schulfrei gab es am Freitag obendrein, dafür hieß es aber von 9 Uhr bis abends kräftig anzupacken. Ohnehin engagiert sich Leoni gern in ihrer Gemeinde. „Bei der Sternsingeraktion bin ich Gruppenleiterin“, so die Schülerin. Die Resser Jugendlichen hatten die Wahl: Neben der Friedhofsaktion wurden Wikinger-Schachspiele gebaut und für den guten Zweck versteigert sowie die Fassade eines Kindergartens gestrichen. 28 Jugendliche waren im Einsatz, zudem reiste eine Gruppe nach Magdeburg, um Flutopfern zu helfen.

Generalüberholung für einen Spielplatz

Besuch bekamen die Nachwuchsgärtner vom BDKJ-Organisationsteam. „Wir besuchen die einzelnen Aktionen und gucken, wo Hilfe oder Material benötigt wird“, so Matthias Krentzek. Eine der größten Aktionen besuchten sie in Rotthausen. Dort verpassten Pfadfinder einem Spielplatz eine Generalüberholung, vom Austausch des Sandes bis hin zum Schleifen von Spielgeräten.

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