„Ich bin Ansprechpartner und Mittler“

Der 52-jährige Mustafa Cetinkaya ist zum neuen Leiter des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt Gelsenkirchen ernannt worden.
Der 52-jährige Mustafa Cetinkaya ist zum neuen Leiter des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt Gelsenkirchen ernannt worden.
Foto: WAZ

Gelsenkirchen. Jedes zweite Kind, das zukünftig in Gelsenkirchen geboren wird, hat einen Migrationshintergrund. Die Stadt und ihre Bürger müssen sich auf diese Veränderungen einstellen. Mustafa Cetinkaya (52), der neue Leiter des Kommunalen Integrationszentrums Gelsenkirchen, sieht sich als Fürsprecher der hier lebenden Migranten und als Mittler zwischen den Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. „Integration ist wichtig – für beide Seiten“, sagt der Gelsenkirchener.

Im Grunde verschiebt der 52-Jährige seine ehrenamtliche Arbeit im Bereich der Integration und Partizipation nun auf die berufliche Ebene. Über Jahre hat sich Cetinkaya im deutsch-türkischen Freundeskreis engagiert. „Er kennt die Strukturen der Integrations-Community“, so Oberbürgermeister Frank Baranowski bei der Vorstellung des neuen Leiters.

In seinem Büro im Hans-Sachs-Haus ist Cetinkaya Ansprechpartner für Menschen mit ausländischen Wurzeln. Sein Amtsantritt fällt in eine Zeit, in der mit dem Zuzug von EU-Bürgern aus Osteuropa zusätzliche Aufgaben, aber auch Probleme auf die Stadt zukommen. Cetinkaya sieht sich (auch) als Anlaufstelle für diese Neubürger und berichtet von einer Familie aus Bulgarien, der er schon durch die Tatsache, dass sie sich auf Türkisch mit ihm verständigen konnten, „ein Gefühl von Heimat“ geben konnte.

„Gelsenkirchen ist meine Heimat“

Cetinkaya, der 1969 mit seinen Eltern aus der Türkei nach Deutschland kam, hat sich im Auswahlverfahren aufgrund seiner Kompetenz und Erfahrungen gegen 119 weitere Bewerber durchgesetzt. Der Diplom-Geograf tritt die Nachfolge von Mehmet Ayas an. „Gelsenkirchen ist meine Heimat“, sagt der mit einer Deutschen verheiratete Familienvater (ein Kind).

Die bisherigen Aufgaben eines Integrationsbeauftragten will er weiterführen und ausbauen. Dazu gehört die Weiterentwicklung des schulischen Bildungsbereiches und die Fortschreibung des 2005 beschlossenen Integrationskonzeptes. „Die über 60 Migrantenselbstorganisationen in Gelsenkirchen sind ein Potenzial, das man nutzen kann. Dafür müssen diese qualifiziert werden und sich mit anderen Vereinen verknüpfen“, so der 52-Jährige.

Querschnittaufgabe

Cetinkaya weiß, dass er für sein neues Amt Visionen braucht. „Alles das, was an Förderung im Migrantenbereich möglich ist, will ich nach Gelsenkirchen holen – sofern die Ressourcen vorhanden sind.“ Das klingt nach einer arbeitsintensiven Querschnittsaufgabe, passt aber gut in seine persönliche Wunschliste: „Dass die Menschen mit und ohne Migrationshintergrund stärker zusammenleben und sich austauschen.“

 
 

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