Gelsenkirchen

Hochzeitskonvois in NRW: Polizei mit klarer Ansage: „Kann zu Verletzten oder gar Toten führen!“

Auf diesem Bild einer türkischen Hochzeitsgesellschaft werden so einige Straßenregeln gebrochen.
Auf diesem Bild einer türkischen Hochzeitsgesellschaft werden so einige Straßenregeln gebrochen.
Foto: imago images / Andreas Gora

Gelsenkirchen. Die Meldungen häufen sich: Immer wieder stören Hochzeitskorsos den Straßenverkehr. Auch die Polizei Gelsenkirchen musste am vergangenen Wochenende zweimal ausrücken.

Eine besonders krasse Aktion brachte zuletzt eine türkische Feiergemeinde auf der A57 bei Köln: Sie legten kurzerhand den kompletten Verkehr auf der Autobahn lahm (>>> hier mehr lesen).

Die Polizei hat nun langsam die Nase voll und verweist ausdrücklich darauf, was im Verkehr geht und was nicht.

Hochzeitskorsos in NRW: Polizei warnt vor „schwersten Verkehrsunfällen“

„Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird!“, stellt eine Polizeisprecherin klar. Wie auch sonst im Straßenverkehr müssen die Abstände zwischen den Autos eingehalten werden, um Auffahrunfälle zu vermeiden.

Besonders drastische Worte formuliert die Polizei, wenn die Vorfahrtsregel oder Rotlicht missachtet wird. Denn dies könne zu „schwersten Verkehrsunfällen mit Verletzten oder gar Toten führen!“

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Eine Chronologie:

  • 14. April/A57: Ein Hochzeitskorso auf der A57 bremst den Verkehr aus. Nachfolgende Autos mussten Vollbremsungen machen. Der Fahrer der Braut (25) hatte keinen Führerschein. Auf Videos, die Beteiligte von ihrer Fahrt im Netz veröffentlichten, sind riskante Überholmanöver und Fahrzeuge mit qualmenden Reifen zu erkennen. Frauen sollen zudem auf der Autobahn getanzt haben (>> hier mehr dazu).
  • 13. April/Duisburg: Anwohnerinnen rufen in Duisburg-Hamborn die Polizei, nachdem sie Schüsse gehört haben. Die findet vor Ort mehrere Patronenhülsen. Die Gäste der türkischen Hochzeit wollen nichts gehört haben.
  • 13. April/Duisburg: Ein syrischer Hochzeitskorso fährt durch das Duisburger Dellviertel, die Beamten sehen, wie Teilnehmer aus Seitenfenstern und Schiebedächern von zwölf extrem langsam fahrenden Autos hingen und feierten. Einer davon fuhr über Rot - ohne Führerschein!
  • 13. April/Wuppertal und Remscheid: Bei Autokonvois von Hochzeitsgesellschaften ballern Männer mit Schreckschusspistolen in die Luft. Die Polizei kann in einem Fall den Mann ausfindig machen (>> hier die Details).
  • 4. April/A3:
    Einer Zivilstreife fallen Luxus-Sportwagen auf, die mit Warnblinklicht auf allen Spuren der A3 hin- und herpendelten, so den Verkehr hinter sich ausbremsten und schließlich stoppten. Als sie einige Fahrer stellen, sagen die Übeltäter: sie bräuchten sich keine Gedanken zu machen, man „kenne einen guten Anwalt“. Alle streiten ab, etwas falsch gemacht zu haben, oder geben an, bereits mit ihren Anwälten telefoniert zu haben (>> hier die Hintergründe).
  • 28. März/Essen: Eine libanesische Hochzeitsgesellschaft liefert sich mit Luxuskarossen auf der Bottroper Straße ein illegales Autorennen. Die Beamten nehmen den Bräutigam mit auf die Wache (hier die ganze Geschichte).

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Anschnallen ist Pflicht!

Erschwerend käme hinzu, dass viele Hochzeitsgäste nicht angeschnallt seien. Dies sei aber extrem wichtig: „Studien belegen, dass im Falle eines Unfalles beim Sitzen in der Autotür, beim Herauslehnen aus dem Fenster oder Stehen im geöffneten Schiebedach bereits mit Tempo 40 km/h schwerste bzw. tödliche Verletzungen drohen.“

Generell gelte, dass sich die Insassen während der Fahrt nicht auf, sondern in das Auto setzen müssen.

Fahnen ja, aber bitte richtig anbringen

Fahnen, gerne bei Autokorsos in den Farben rot und weiß gehalten, dürfen nicht die Sicht des Fahrers behindern und nicht während der Fahrt abfallen. Thema Hupen: Innerorts nur dann, wenn eine Gefährdung vorliegt.

Kennzeichen müssen selbstverständlich am Auto bleiben und dürfen nicht abmontiert werden. Andernfalls ist dies eine Straftat.

Freudenschüsse? Gar keine gute Idee - niemals

Freudenschüsse mit Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen versetzt nicht nur Anwohner in Angst. Nein, wer den kleinen Waffenschein besitzt, kann ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro kassieren. Menschen ohne Waffenschein schauen richtig in die Röhre, denn dann gelten Schüsse in die Luft als Straftat. Eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren ist die Konsequenz.

Die dringende Bitte der Polizei: „Leisten Sie Ihren Beitrag zu einem sicheren Miteinander auf den Straßen unserer Stadt und verhalten Sie sich jederzeit regelkonform!“ (mb)

 
 

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