Gelsenkirchen

Ist DAS der heißeste Job der Welt? So heftig schwitzt ein Saunameister in Gelsenkirchen bei der momentanen Hitze

Saunameister Michele De Vivo beim Aufguss in der Sauna in Gelsenkirchen.
Saunameister Michele De Vivo beim Aufguss in der Sauna in Gelsenkirchen.
Foto: Julia Scholz / DER WESTEN

Gelsenkirchen. Stell' dir vor, es ist Sommer und das Thermometer zeigt 90 Grad. Bei diesen Temperaturen arbeiten Saunameister. Sie sind der Hitze völlig ausgeliefert. Michele De Vivo (55) ist einer von ihnen. Er arbeitet im Saunabereich des Activariums im Revierpark Nienhausen.

Die Schweißtropfen laufen ihm über das Gesicht. Mit seinem Handtuch fängt er sie auf. Auf geht's zum nächsten Aufguss. Die Außentemperaturen liegen eh schon bei über 30 Grad. 31 Grad steht auf der roten Anzeige.

In der Sauna in Gelsenkirchen ist es 90 Grad heiß

„In der Sauna erreichen die Temperaturen dann nochmal locker das Dreifache“, sagt er. Er wird mit Birkenreisig einen sogenannten Wenik-Aufguss machen. Alle 20 Minuten müssen die Saunameister ran, um in den verschiedenen Saunen ätherische Öle aufzugießen.

Saunameister kann sich regelmäßig abduschen

Abkühlung im Pool? Fehlanzeige. „Aber im Personalbereich kann ich mich regelmäßig kalt abduschen“, sagt De Vivo. Wie hält er das aus? Macht er die Arbeit im Winter nicht lieber? Ganz gelassen mit einem Schmunzeln auf den Lippen sagt er: „Durch die jahrelange Arbeit bin ich daran gewöhnt. Ich habe immer einen warmen Arbeitstag, das ist doch schön. Wie sagt man im Ruhrgebiet? Es ist immer muckelig“, sagt der gebürtige Hesse lachend.

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Seelenruhig wirbelt der 55-Jährige die Zweige durch die Luft. Anschließend verteilt er die feuchte Luft im kleinen dunklen Raum mit einem Handtuch. „Dabei beträgt die Luftgeschwindigkeit 75 km/h“, erklärt er. Man merkt es.

Auch bei brüllender Hitze: Sauna ist voll

Die Sauna ist zur Aufgusszeit gut gefüllt. Auf die Frage, warum die Besucher bei dieser Affenhitze noch mehr brauchen, lachen einige von ihnen. „Weil wir bekloppt sind“, ist die simple Antwort. Wieder Lachen.

Besucherin Gabi Fuchs, die es sich auf einer Liege gemütlich gemacht hat, meint: „Wenn ich aus der Sauna herauskomme, empfinde ich die Temperaturen als kühl.“ Trotzdem hat sie nur eine 75-Grad heiße Sauna gewählt an diesem brüllend heißen Tag.

Manche Gäste verzichten auf Sauna-Gänge

Wieder andere Gäste erzählen, dass sie auf die Sauna-Gänge verzichten. Sie liegen nur in der Sonne und gehen ab und an in den Pool.

Wichtig für De Vivo ist außerdem, auf die Besucher zu achten. Dann schaue er, ob sie Kreislaufprobleme bekommen oder matt aussehen. „Beim Saunen verliert man im Schnitt auch 1,5 bis 2 Liter Wasser. Da sollte man bei dem warmen Wetter schon fünf Liter trinken“, rät er. Gut sei der Sauna-Gang außerdem, um der derzeit grassierenden Sommergrippe entgegenzuwirken.