Gelsenkirchen

Hartz 4-Empfänger aus Gelsenkirchen: „Nicht mal für 100 Euro würde ich CDU wählen!“

Superwahljahr 2021: Diese Entscheidungen stehen an

Superwahljahr 2021: Diese Entscheidungen stehen an

Im Wahljahr 2021 fallen in Deutschland einige richtungsweisende Entscheidungen. Die wohl wichtigste: Am 26. September wird der 20. Deutsche Bundestag gewählt. Wir zeigen Dir, welche Wahlen dieses Jahr anstehen.

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Gelsenkirchen. Thomas H. aus Gelsenkirchen ist sei 2012 Hartz 4-Empfänger – mit Unterbrechungen. Früher war der 57-Jährige finanziell besser aufgestellt. Welche Partei er auf keinen Fall wählt und was er selbst gerne ändern würde, verrät er im Interview mit DER WESTEN.

Am 26. September wird Deutschland seine neue Regierung wählen, so auch Hartz 4-Empfänger Thomas H. Der hat schon „sehr lange“ nicht mehr gewählt. Doch an jenem Sonntag soll sich das ändern, wie er selbst ausdrücklich betont.

Hartz 4-Empfänger: DIESE Partei will Thomas H. auf keinen Fall wählen

„Mein persönlich wichtigster Punkt: Keine Sanktionen mehr bei Hartz 4. Keine Kürzungen mehr, wenn ich einen Job ausschlage. Das findet kein Hartz 4-Empfänger gut“, ist sich Thomas H. sicher.

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Einige Fakten zu „Hartz 4“:

  • Hartz 4 heißt eigentlich Arbeitslosengeld II
  • Es existiert seit dem 1. Januar 2005
  • Es ist die Grundsicherungsleistung für erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch
  • Es soll Leistungsberechtigten ermöglichen, ein würdevolles Leben zu führen
  • Allerdings kann die Leistung durch Sanktionen gekürzt oder ganz gestrichen werden

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Das Jobcenter kann die Hartz 4-Leistungen kürzen, wenn die Empfänger bestimmten Pflichten nicht nachkommen. Schlägt ein Arbeitsloser beispielsweise „zumutbare“ Arbeitsstellen oder Bildungsmaßnahmen aus, dann folgt eine Kürzung der Regelbezüge um 30 Prozent. Für einen finanziell ohnehin schon klammen Hartz 4-Empfänger ein harter Schlag.

Hartz 4-Empfänger aus Gelsenkirchen ist gegen Sanktionen

„Ich hole mir die Gerechtigkeit. Wenn es Sanktionen gibt, dann hole ich mir einen Anwalt“, meint Thomas H. Und das ist nicht die einzige Sache, zu der der ledig lebende Gelsenkirchener eine klare Meinung hat.

Nachdem er von den Wahlprogrammen der Parteien erfahren hat, will er endlich wieder seine Kreuze bei der Bundestagswahl machen. „Ich bin absolut gegen die CDU. Die würde ich nicht für 100 Euro wählen. CDU ist eher was für Reiche“, findet er.

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Die CDU sieht in ihrem Wahlprogramm tatsächlich keine Aufgabe der Hartz-4-Sanktionen vor. Die Sozialbeiträge für Geringverdiener sollen dem Programm der Union zufolge nach der Mini-Erhöhung in Kürze (mehr dazu hier >>>) nicht steigen.

Dafür setzt Kanzler-Kandidat Armin Laschet auf mehr Qualifizierungsangebote. Die anderen großen Parteien werben mit einer Abschaffung (Grüne/ Die Linke) oder Umwandlung von Hartz 4 (FDP und SPD). Alle versprechen höhere Grundsicherungen. Die SPD behält sich dabei aber genau wie die CDU weiter Sanktionsmöglichkeiten vor.

Hartz 4: Das fordert Thomas H. aus Gelsenkirchen

Ein weiterer Punkt, den Thomas H. aufregt: Auch der Solidaritätszuschlag für Besserverdiener soll nach und nach abgeschafft werden. Wäre Thomas H. an der Macht, dann würde es bei ihm genau anders aussehen. „Ich würde die Steuern erhöhen für die, die über 250.000 Euro im Jahr verdienen.“

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Er selbst kann das zwar nicht entscheiden, aber diese Punkte treiben ihn an, nach langer Zeit wieder zur Wahlurne zu gehen.

Ein Geringverdiener aus Gelsenkirchen hat ebenfalls Tacheles gesprochen. Seine Aussagen und Ansichten zum Thema Politik findest du in diesem Artikel. (cf)