Hallen zur weiteren Verwendung

Die ehemalige Zeche Bergmannsglück in Gelsenkirchen-Hassel soll zu einem Teil in ein Kultur- und Jugendzentrum umgebaut werden.  Foto: Thomas Schmidtke
Die ehemalige Zeche Bergmannsglück in Gelsenkirchen-Hassel soll zu einem Teil in ein Kultur- und Jugendzentrum umgebaut werden. Foto: Thomas Schmidtke
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Gelsenkirchen.. Nur schleppend geht es voran: Die Gemeinschaft Bergmannsglücker Vereine e.V. (GBV) will schon länger ein Gebäude der Zeche Bergmannsglück umbauen. Zeit für einen Überblick:

Die GBV Gelsenkirchen koordiniert ganz unterschiedliche Vereine aus der Siedlung Bergmannsglück und Umgebung, und somit nach Eigenaussage über 4000 Menschen. Bis 2008 konnten dazu für die Vereinssitzungen die Lokalitäten der Christus-König-Kirche genutzt werden. Doch im März gleichen Jahres endete dieses Zwischenspiel, als die Gebäude abgerissen wurden. Seitdem sind die Bergmannsglücker ohne Vereinsheim und die Habseligkeiten des Vereins verteilen sich auf mehrere Garagen. Kein dauerhafter Zustand also.

Umbau soll Abhilfe schaffen

Abhilfe schaffen soll der Umbau der Halle Prüfwesen auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Bergmannsglück. Das Gebäude gehört noch der RAG Montan Immobilien GmbH, die Übergabe an die Haus Vogelsang GmbH soll aber kurz bevorstehen. Von dieser habe die GBV die öffentlich gegebene Zusage, das Gebäude benutzen zu dürfen, so der erste Vorsitzende Dieter Denneborg.

Denneborg ist einer, der sich auskennt auf Zeche Bergmannsglück: 25 Jahre hat er hier gearbeitet, das Lagergebäude kennt er wie seine Westentasche. Bei einer gemeinsamen Begehung mit dem Vertreter der RAG, Kim Troldner, und Reinhard Ostermann, dem Geschäftsführer der GBV, führt er die Gruppe schnurstracks durch den Keller ins Gebäude und dann ins Erdgeschoss.

„Das einzige Angebot für Jugendliche macht um 20 Uhr zu“

Hoch motiviert und ein bisschen aufgeregt schaut Denneborg in die Räume, in denen er ein Vierteljahrhundert gearbeitet hat. Genaue Vorstellungen für die Raumgestaltung haben der Gelsenkirchener und die GBV schon lange: Ein Begegnungs- und Kulturzentrum für Jugendliche soll hier entstehen. „Das einzige Angebot für Jugendliche in Hassel macht um 20 Uhr zu“, weist er auf die aktuelle Lage hin. „Im Sommer wollen wir hier einen Biergarten installieren“, sagt er und zeigt dabei auf den Innenhof des Gebäudes.

Der Umbau der Halle selbst, zu dem auch ein behindertengerechter Zugang gehören soll, würde durch die Tatsache begünstigt, dass das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht. In einer weiteren Halle des Gebäudes könnte ein Saal für ca. 700 Personen eingerichtet werden, doch das wäre erst langfristig der nächste Schritt nach dem Begegnungszentrum. Aber solche Pläne gefallen nicht allen Bewohnern Hassels.

„Bis dahin ist ja noch Zeit“

Eine Gruppe von Anwohnern, genannt die „wahren Bergmannsglücker“, sind mit ihrer „Initiative Rettet Bergmannsglück“ gegen das Jugendzentrum, aber auch allgemein gegen massive Veränderungen und den Abriss der alten Werkhallen. Sie setzen sich für den Erhalt der Zeche ein. Böse Zungen würden behaupten, die wahren Bergmannsglücker sind gegen jeden Lärm, der aus dem dann ehemals stillgelegten Zechengebiet dringen könnte.

Noch aber steht die Zeche unter dem Vorbehalt des Bergamtes. Erst wenn das Gebiet als ungefährlich und somit „bergfrei“ eingestuft wird, können die Projekte beginnen. Teile des Areals sind bereits von Eon übernommen worden. Der Bereich um die Prüfhalle wirkt heute verlassen: Auf dem Gelände tummeln sich Hasen, während Teile der Gebäude von der Natur überwuchert wurden. Aber auch der Zahn der Zeit nagt an den Räumlichkeiten.

Am Ende bleiben viele Fragen

Am Anfang der Nutzung müsste daher in die Halle investiert werden. Haus Vogelsang würde das Gebäude der Gemeinschaft zur Verfügung stellen, der Umbau aber müsste auf Kosten der GBV stattfinden. Dazu arbeitet diese mit Hilfe von Sponsoren auf eine Anerkennung als gemeinnützige GmbH hin: Diese darf und soll dann nicht profitorientiert arbeiten. Teile der laufenden Kosten könnten durch den Biergarten wieder eingespielt werden.

Am Ende bleiben viele Fragen, die der Vorstand der GBV allerdings gelassen angeht. „Strom ist kein Problem“, sagt Reinhard Ostermann über die Anbindung an die Infrastruktur, „aber Wasser kann noch länger dauern“. Das beunruhigt bei der Begehung niemanden. „Bis dahin ist ja noch Zeit“, meint Denneborg.

 
 

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