Halle als Asylunterkunft genutzt - Nuhr-Auftritt fällt aus

Am 2. Oktober sollte Dieter Nuhr in der Gelsenkirchener Emscher-Lippe-Halle auftreten.
Am 2. Oktober sollte Dieter Nuhr in der Gelsenkirchener Emscher-Lippe-Halle auftreten.
Foto: imago/epd
Die Emscher-Lippe-Halle in Gelsenkirchen, die als Veranstaltungsort und Eishalle genutzt wird, wurde kurzfristig zur Asylunterkunft umfunktioniert.

Gelsenkirchen. Immer mehr Flüchtlinge stellen die Städte und Gemeinden vor große Herausforderungen. Die größte Herausforderung ist dabei vor allem passende Unterbringungsmöglichkeiten für die vielen Menschen zu finden, die in Deutschland Schutz und ein besseres Leben suchen. Mangels geeigneter Alternativen entschied sich die Stadt Gelsenkirchen etwa, die Emscher-Lippe-Halle kurzerhand zu einer Flüchtlingsunterkunft umzufunktionieren. Normalerweise dient sie als Veranstaltungsort und im Winter als Eishalle.

Am 2. Oktober sollte in der Halle, an die auch ein Schwimm- und Freibad angeschlossen ist, Komiker Dieter Nuhr auftreten. Dieser Termin ist nun gestrichen. Auf der Homepage von Dieter Nuhr heißt es dazu knapp: "Aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation, wird die Halle als Notunterkunft eingesetzt. Ein Ersatztermin ist derzeit nicht absehbar. Die Karten können an den Vorverkaufstellen zurückgegeben werden."

Stadt Gelsenkirchen musste schnell reagieren

Am Montag wurde die Halle in aller Eile als Notunterkunft hergerichtet, weil bereits am selben Tag die ersten Flüchtlinge erwartet wurden. Weil zu Wochenbeginn in NRW aber weniger Asylsuchende ankamen als erwartet, blieb die Halle am Montag noch ungenutzt. Erst einen Tag vorher, am Sonntag, erhielt die Stadt die Nachricht, dass sie früher als geplant weitere Unterbringungsmöglichkeiten bereit halten muss.

Die Stadt betont, dass es keine Alternativen zur Unterbringung in der Emscher-Lippe-Halle gegeben habe – sofern der Schulsport nicht weiter beeinträchtigt werden solle.


Die Alte Polizeiwache etwa, die von einigen Usern in den sozialen Netzwerken immer wieder als möglicher Standort für eine Flüchtlingsunterkunft genannt wird, sei als Notunterkunft ungeeignet. „Da gibt es überhaupt keine Duschen“, sagt Stadtsprecher Martin Schulmann. Das Gebäude sei schließlich ausschließlich als Büro genutzt worden. Außerdem stehe das Gebäude jetzt schon länger leer. „Da tobt der Schimmel.“ (şat)

 
 

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