Gute Arbeit

Oliver Schmeer
Das Institut für Arbeit und Technik IAT hat seinen  Sitz im Wissenschaftspark Gelsenkirchen.  Foto: Martin Möller
Das Institut für Arbeit und Technik IAT hat seinen Sitz im Wissenschaftspark Gelsenkirchen. Foto: Martin Möller
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Das hört sich gut an: Obwohl vor allem das Jahr 2009 ein „wirtschaftlich schwieriges“ war, heißt es im Geschäftsbericht des Instituts für Arbeit und Technik (IAT), ist es gelungen, nicht nur den Status quo zu halten, sondern sogar „die Position finanziell, personell und inhaltlich zu stärken“.

Und dafür dankt das Institut auch der „Mutter“: Und das ist seit 2007 die Fachhochschule Gelsenkirchen.

Da wuchs seitdem zusammen, was auf den ersten akademischen Blick vielleicht nicht zusammengehört, aber durch die einstige schwarz-gelbe Landesregierung verordnet und vereint wurde: das zuvor selbstständig forschende und wissenschaftlich global tätige Institut im Ückendorfer Wissenschaftspark und die stärker auf Lehre und Berufsorientierung ausgerichtete Fachhochschule im Stadtnorden. Beide dereinst gegründet, um den Strukturwandel in der Emscher-Lippe-Region zu stärken.

Zunächst wehrte sich das Institut, das 2006 auch noch die Abspaltung des angesehenen Forschungsbereiches Arbeit/Bildung hinnehmen musste, gegen den Verlust der Eigenständigkeit. Immerhin wurde erreicht, dass das renommierte Institut in Gelsenkirchen bleiben konnte und nun in den drei Forschungsfeldern Gesundheitswirtschaft, Wissen & Kompetenz sowie Innovation, Raum & Kultur unterwegs ist. Und langfristig über den Mietvertrag ist auch gesichert, dass das IAT im Wissenschaftspark bleibt.

Die Fachhochschule hat nun die personalwirtschaftliche und finanzielle Oberhoheit über das IAT. Fünfjährige Zielvereinbarungen werden gemeinsam erarbeitet. Und die beiden Direktoren und Professoren Franz Lehner und Josef Hilbert können mit der „neuen Mutter“ gut leben, zumal das IAT seine Forschungen und Projektarbeiten „weitgehend eigenständig programmieren kann“.

In den Bereichen Ökologie, Lebenslanges Lernen und Gesundheitswirtschaft sind zugleich erste gemeinsame Projekte mit der Fachhochschule angelaufen.

Für Hilbert allerdings noch zu wenig: „Da können noch Schätze gehoben werden“, sieht er weitere Synergien. Denn die Schnittmengen gerade zwischen seinem Forschungsbereich der Gesundheitswirtschaft und den Medizin- und Gesundheits-Fachbereichen der Fachhochschule sind beträchtlich.

Ungeachtet der in der Grundstimmung immer noch geltenden Klassifizierung, dass die Fachhochschule stärker an der Lehre/Berufsausbildung, Praxis und der unternehmerischen, angewandten Forschung orientiert ist und das Institut stärker dem Grundsätzlichem, dem wissenschaftlich Neuem zugewandt ist. „Wir suchen neue Lösungen und wollen nicht Bekanntes umsetzen“, erklärt Lehner.

Forschen kostet: die knapp 20 fest angestellten Mitarbeiter in Forschung und Verwaltung, quasi die Grundlast, finanzieren sich über Landesmittel, für die der Haushalt der Fachhochschule aufgestockt wurde.

An manch bürokratischere Regelung dazu musste sich das IAT gewöhnen. Für die Beschäftigung weiterer Wissenschaftler und studentischer Hilfskräfte, zusammen in ähnlicher Größenordnung, muss sich das IAT zugleich um Drittmittel bemühen.

„Das Geschäft ist härter geworden“, sagt Hilbert. 3,1 Mio Euro an Drittmitteln akquirierte das IAT über Projekte und Aufträge von Bund, Land, EU in den beiden vergangenen Jahren. Das „kann sich sehen lassen, dennoch ist hier durchaus Luft nach oben“, heißt es dazu im Geschäftsbericht.

„Das IAT macht einen guten Job“, lobt Fachhochschul-Präsident Prof. Bernd Kriegesmann die Forscher aus Ückendorf. Das Institut versteht er als „zentrale wissenschaftliche Einrichtung“ der FH. „Das war ein Annäherungsprozess“, weiß auch er. „Aber wir kommen zusammen“.