Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Gelsenkirchen

Gütetermin zwischen der ehemaligen Geschäftsführerin des Kinderheim St. Josef, Anja Gresch, und der St. Augustinus Heime GmbH am im Arbeitsgericht Gelsenkirchen.
Gütetermin zwischen der ehemaligen Geschäftsführerin des Kinderheim St. Josef, Anja Gresch, und der St. Augustinus Heime GmbH am im Arbeitsgericht Gelsenkirchen.
Foto: Funke Foto Services
Der Kündigungsschutzprozess der Gelsenkirchener Heimleiterin Anja Gresch gegen die St. Augustinus Heime GmbH hat begonnen. Ihr Sohn klagt ebenfalls.

Gelsenkirchen..  „Meine Mandantin war nur ein winziges Rädchen im Getriebe, die nicht einen Cent genommen hat“, sagte Assessor Heinz-Jürgen Maas zum Auftakt des Gütetermins in der Kündigungsschutzklage der am 19. Mai fristlos gekündigten Leiterin des Kinderheims St. Josef, Anja Gresch, gegen die St. Augustinus Heime GmbH. Maas von der Strafrechtskanzlei Dr. Stephan Prinz aus Essen vertritt Gresch im Prozess, den Arbeitsrichterin Birte Kensy leitet.

Konstruierter Briefkopf

Die seit 1996 beschäftigte Heimleiterin gilt im Gelsenkirchener Jugendamts-Skandal rund um die einträgliche Verschickung von Kindern in intensivpädagogische Maßnahmen ins ungarische Pecs als Organisatorin – angeblich ausgestattet mit einem Vertrag der St. Heime GmbH im Briefkopf und als Verantwortliche für Jugendhilfeprogramme mit entsprechendem Leistungsverzeichnis und der dazugehörenden Entgeltvereinbarung zwischen Deutschem Kinderschutzbund einerseits und der 2004 von den früheren Jugendamtsspitzen Alfons Wissmann und Thomas Frings in Pecs gegründeten Neustart kft andererseits.

Dabei seien, so die vor Gericht durch Rechtsanwalt Geising, Personalleiter Johannes Norpoth und Justiziar Klaus Wittka vertretene Arbeitgeberin St. Augustinus, die in den Verträgen und auf den Flugblättern genannten Konstruktionen gar nicht existent. Die St. Josef Heime GmbH gibt es juristisch überhaupt nicht, und die darunter als auch für Weisungsbefugnisse vertretungsberechtigte aufgeführte Klägern Anja Gresch sei allein rechtlich ein Widerspruch zum Briefkopf.

Heimträgerin St. Augustinus hatte zunächst von all dem nichts gewusst, untersagte Anja Gresch später durch Geschäftsführer Peter Weingarten die Zusammenarbeit mit der Neustart kft, stellte die Heimleiterin dann frei und kündigte im Mai fristlos. Als Gründe dafür kamen noch die Tätigkeit von Mitarbeitern des Kinderheims ohne Wissen der Heimträgerin in Ungarn und die Hospitation von Mitarbeitern aus Pecs in Gelsenkirchen dazu. Schließlich die befristete Einstellung des Sohnes der Heimleiterin wegen eines „geschönten“ Führungszeugnisses, das bei der Vorlage beim LWL als Heimaufsicht auffiel und mit zur Entlassung des Sohnes führte.

Der hat ebenfalls Kündigungsschutzklage erhoben, deren erster Termin am 31. August um 10 Uhr vor der 1. Kammer des Arbeitsgerichts stattfindet.

Der Prozess wird am 21. Oktober um 12.15 Uhr fortgesetzt. (AZ 2 Ca 965/15)

 
 

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