Große Pläne für Umbau der Schauburg in Gelsenkirchen

Das Lichtdach im Foyer soll auch nach einem Umbau erhalten bleiben. Schauburg-Pächter Michael Meyer begrüßt die Pläne für sein Lichtspielhaus. Foto: Sebastian Konopka
Das Lichtdach im Foyer soll auch nach einem Umbau erhalten bleiben. Schauburg-Pächter Michael Meyer begrüßt die Pläne für sein Lichtspielhaus. Foto: Sebastian Konopka
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Gelsenkirchen.. Prachtsaal mit 900 Plätzen, vier weitere Säle plus Café - so könnte die Schauburg nach einem Umbau aussehen. Kostenpunkt: 15 Millionen Euro. Die Stadt indes weiß nicht, ob und wie der Komplettumbau des städtischen Gebäudekomplexes zu finanzieren ist.

Durch einen Umbau des Schauburg-Gebäudes könnten ein Prachtsaal mit 900 Plätzen, vier weitere Säle und ein Café entstehen. Das geht aus einer Machbarkeitsstudie hervor. Kostenpunkt: 15 Mio Euro.

„Faszinierend“ findet Schauburg-Chef Michael Meyer das neue Architektenkonzept für das 1929 errichtete Kino an der Horster Straße. Ins Detail will er aber noch nicht gehen. Aus gutem Grund: Die Stadt weiß nicht, ob und wie der mit rund 15 Mio Euro veranschlagte Komplett-Umbau des städtischen Gebäudekomplexes zu finanzieren ist.

Zufrieden mit der Machbarkeitsstudie

Das ist wohl auch der Grund, warum die seit Monaten vorliegende Machbarkeitsstudie von der Stadt noch weitgehend unter Verschluss gehalten wird. „Wir werden die Politik im kommenden Jahr informieren“, so Stadtbaurat von der Mühlen.

Mit dem Ergebnis der Studie ist der Dezernent vollauf zufrieden: „Sie entspricht unseren Vorstellungen.“ Vier „wesentliche Bausteine“ sieht das Böll-Konzept für „Umbau und Revitalisierung“ der Schauburg vor. Der wichtigste Baustein ist die Wiederherstellung des großen Kinosaals. Durch den Rückbau der Saaltrennung könnten im Parkett 600 und auf dem Balkon 300 Besucher Platz finden. Das hieße aber auch, dass das gerade erneuerte und mit Digitaltechnik ausgestattete Lux wieder dem großen Schauburg-Saal zugeschlagen würde.

Platz für Kulturveranstaltungen

In diesem Prachtsaal sollen dann aber zusätzlich Musik-, Comedy- und Kleinkunstveranstaltungen über die Bühne gehen. „Und zwar so, dass der Kinobetrieb in anderen Sälen nicht gestört würde“, so Michael von der Mühlen.

Verschwinden würde laut dem Böll-Konzept nicht nur das Lux, sondern auch das Studio (100 Plätze). Im Gegenzug sollen durch den Umbau vier neue Kinosäle mit jeweils bis zu 150 Plätzen entstehen. Zwei Kinosäle sollen durch „Optimierung“ der großzügigen Flächen der Volkshochschule im 1. Stock, zwei weitere durch eine Dachaufstockung über dem Lux gewonnen werden. Zur Erschließung soll auch das Foyer aufgestockt werden. Die kürzlich frei gelegte historische Lichtdecke bliebe erhalten.

Barrierefreiheit kein Problem

Doch damit nicht genug: Das Foyer soll saniert und bis in den Kellerbereich erweitert werden. Dort sollen auch die Besuchertoiletten eingebaut werden. Barrierefreiheit? Für Böll kein Problem: Über einen Fahrstuhl sollen alle Etagen erschlossen werden.

Related contentAuch das leer stehende Ladenlokal an der Horster Straße (früher: Deichmann) spielt eine Rolle: Hier sei zur Straße hin ein Kulturcafé denkbar, so die Studie. Und auch für einen Multifunktionsraum (im Foyer) soll noch Platz sein. Schließlich: Die Wohnungen in den drei oberen Geschossen des Vorderhauses sollen erhalten bleiben.

Wie stemmen wir dieses Konzept?“

Als „optimal“ bezeichnet Michael von der Mühlen die technische und betriebliche Umsetzung in der Machbarkeitsstudie. Auch die Kulturverwaltung stehe hinter dem Konzept. Eine andere Frage macht dem Stadtbaurat große Sorgen: „Wie stemmen wir dieses Konzept?“ In Gesprächen mit der Bezirksregierung wolle man erörtern, ob eine Anfinanzierung dieser Maßnahme bis 2014 trotz der Haushaltsbeschränkungen überhaupt möglich wäre. Und auch auf Städtebaufördermittel dürfte die Stadt angewiesen sein.

So paradox es klingt: Der unbestrittene Sanierungsbedarf des alten Schauburg-Komplexes dürften die Chancen auf eine „große Lösung“ erhöhen - muss die Stadt doch hier auch ohne Umbau sehr viel Geld in die Hand nehmen.

 
 

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