Große Pläne für ein Zentrum für Genesung in Gelsenkirchen

Die Ev. Kliniken (r.) planen die Erweiterung ihres Krankenhauskomplexes. Die beiden Amtsgerichtgebäude (oben Mitte/rechts) und das Gefängnisgelände der Sotha (Mitte) sollen neu bebaut werden. Ein Problem: der Verkehr auf der Munckelstraße (unten und links). 
Die Ev. Kliniken (r.) planen die Erweiterung ihres Krankenhauskomplexes. Die beiden Amtsgerichtgebäude (oben Mitte/rechts) und das Gefängnisgelände der Sotha (Mitte) sollen neu bebaut werden. Ein Problem: der Verkehr auf der Munckelstraße (unten und links). 
Foto: Hans Blossey
Die Evangelischen Kliniken wollen an Munckel- und Overwegstraße das Gerichts- und Sotha-Gelände neu bebauen. Die Politik sieht Probleme beim Verkehr.

Gelsenkirchen.. Was heute Evangelische Kliniken (EVK) und Amtsgericht Gelsenkirchen sowie Sotha, die Sozialtherapeutische Anstalt für Straftäter (übrigens beides noch in Landes-Immobilien) ist, soll „Diakonisches Zentrum für Genesung Gelsenkirchen“ werden. Ein Riesenprojekt, das das lokale Gesundheitswesen nicht nur baulich umkrempelt.

Klinikbetrieb und niedergelassene Ärzte sollen mit Pflegediensten unter ein Dach. An der Overwegstraße soll dafür eine fünfgeschossige neue Blockrandbebauung entstehen, ein bis zu zehnstöckiger Komplex schließt sich an das bisherige Klinikhochhaus an und wird quer zur Munckelstraße gestellt. An Stelle der Sotha soll ein eher grüner Innenbereich mit lockerer strukturierter Bebauung entstehen .

Der bisherige Planungsstand wurde Mittwoch im Ausschuss für Stadtentwicklung und Planung vom Büro MDP vorgestellt. Die Münsteraner sind auf die Projektentwicklung- und Beratung für das Gesundheitswesen spezialisiert und seit Jahren auch für die EVK tätig. Was sie als Konzept präsentierten, hat es in sich. Auch an Problemen. Die sehen SPD, CDU und Grüne vor allem beim Verkehr. Der Tenor: Wenn, müsse eine Lösung her, die nicht neue Probleme schaffe, sondern zur Entspannung beitrage, die den Parkdruck und Suchverkehre mindere und vor allem den Einwohnern der Munckelstraße gerecht werde.

3055 statt bislang 2155 Fahrzeuge täglich prognostizieren die Experten

1. Knackpunkt: Die Anbindung des Klinikgeländes an die – mit 27.000 Fahrzeugen täglich – ohnehin stark belastete Overwegstraße. 2. Problem: Die Munckelstraße soll nach den bisherigen Überlegungen durch den neuen Klinikkomplex zweigeteilt und mit Wendehämmern versehen werden. Krankenhausvorfahrt und Zufahrt zur geplanten Tiefgarage sollen von der Overwegstraße erfolgen, gesteuert über eine neue Ampelanlage. Parkhaus und Mitarbeiterverkehr sollen auf der „Rückseite“ erfolgen, die Straße müsste dafür mehr Verkehr aufnehmen. 3055 statt bislang 2155 Fahrzeuge täglich prognostizieren die Experten und empfinden das noch „typisch für eine Anwohnerstraße im Innenstadtbereich“.

Stadtbaurat Martin Harter machte deutlich: „Es gibt noch nicht zu allem eine abgestimmte Meinung. Das sind Planungsüberlegungen eines Vorhabenträgers, Er geht auf eigenes Risiko und es ist noch nicht sicher, ob er tatsächlich zum Zuge kommt.“ Aber wahrscheinlich: An der Stelle sieht die städtische Planung Kliniknutzung vor.

Die Kritik der Kollegen machte den Ausschussvorsitzenden Klaus Haertel nachdenklich. „Es ist eine Stimmung eingetreten, die ich für das Projekt nicht schön finde. Ich glaube, dass es ein wichtiger Bereicherungsfaktor für Alt-Gelsenkirchen sein kann. Aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen.“

Umzüge und Neubauten am Rand der City

Für das – teils wegen massiver Baumängel gesperrte – Amtsgericht Gelsenkirchen entsteht bereits der Ersatzbau. Die Behörde zieht 2016 mit ins neu errichtete Justizzentrum in Ückendorf. Für die Sotha, die Sozialtherapeutsche Anstalt, ist in Bochum ein Ersatz-Neubau vorgesehen. Die Altbauten vermarktet das Land. Die Verhandlungen mit dem BLB, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes, sind zäh. Baudezernent Harter: „Wir sind alles andere als glücklich über die Geschäftsmodalitäten des BLB.“

In dem Klinik-Neubaukomplex sollen unter anderem eine geriatrische Tagesklinik mit 35 Plätzen, zwei Seniorenwohngemeinschaften mit jeweils zehn bis zwölf Bewohnern, die Strahlentherapie, die geriatrische Abteilung, eine Wohnanlage mit 30 Wohnungen für Patienten und Angehörige sowie eine Tiefgarage mit 75 Stellplätzenrealisiert werden.

 

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