Götz Alsmann besingt den Broadway

Broadway-Schlager präsentierten Götz Alsmann und Band beim Konzert im Musiktheater.
Broadway-Schlager präsentierten Götz Alsmann und Band beim Konzert im Musiktheater.
Foto: WP
Nahezu ausverkauftes Konzert im Musiktheater im Revier begeistert das Publikum.

Gelsenkirchen.. Die tolle Tolle sitzt wie immer perfekt, der schwarze Steinway ist auf Hochglanz poliert, die vierköpfige Combo entert ihre Plätze und los geht der charmant swingende Bummel über den Broadway: Götz Alsmann, der prominente Musiker und Entertainer aus Münster, entführte das nahezu ausverkaufte Musiktheater im Revier am Mittwochabend mit seinen Songs spielend leicht in die Zeit der Zwanziger bis Fünfziger.

Ein Hingucker nicht nur die klassische Schmalzlocke des plappernden Musikprofessors: Passend zum nostalgisch angehauchten Thema New York hatten sich die fünf Akteure in rosa Schale geschmissen, bonbonbunt die Sakkos mit schwarzem Samtkragen, alles, na klar, exklusiv vom Broadway.

Nach seinem Abstecher nach Paris im letzten Jahr machte sich Alsmann mit Band nun auf nach New York der Stadt der Musicalträume, Jazzschlager und nostalgischen Revuen. Unsterbliche Kompositionen von Cole Porter, George Gershwin, Jerome Kern oder Rodgers & Hammerstein grub Alsmann aus, peppte sie mit seinen so typischen Arrangements aus mäßig modernem Klangsound auf, allesamt in deutschsprachigen Fassungen.

Gleichbleibende Stimmung

Diese Texte, weitgehend in Vergessenheit geraten, hatte Götz Alsmann, der König des deutschen Jazzschlagers, aus den Tiefen der Archive ausgegraben, ein neues Bühnenprogramm konzipiert und ein neues Album mit 18 Jazz-Schlagern, von denen viele im Konzert erklangen. Die CD wurde stilecht in New York eingespielt und bot dem humorvollen Dampfplauderer die Chance zu schönen, auflockernden Anekdoten aus dem Big Apple.

Musikalisch einmal mehr ein echtes Ass im Ärmel: Die Band mit den Altstars Altfried Maria Sicking (Vibraphon, Trompete), Michael Müller, (Bass), Markus Passlink (Percussion) und dem Neuling Domik Hahn am Schlagzeug, der den erkrankten Rudi Marhold würdig vertrat.

Das Quintett musiziert perfekt aufeinander eingestimmt, detailverliebt und mit sichtlichem Spaß jenseits aller Routine.

Nach über zwei Stunden und einigen Zugaben verlässt man diesen Broadway der Nachkriegszeit dann aber auch ganz gerne wieder, zu gleichförmig und ermüdend waren am Ende stets ähnlich bleibende Stimmungen, Klangfarben und Rhythmen.

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