Global denken und interkulturell handeln

Der Ruf der Integrationsagentur der Arbeiterwohlfahrt in Gelsenkirchen hat die Stadtgrenzen längst überschritten. Anlaufstelle für Menschen mit Migrationshintergrund, vielseitige Beratungs- und Kursangebote für Junge und Erwachsene mit ausländischen Wurzeln im weitesten Sinne – das macht Schule im Wortsinn.

Denn: Einer der maßgeblichen Motoren der Awo-Integrationsagentur, der 36-jährige Sozialwissenschaftler Admir Bulic, aktuell Koordinator der aufsuchenden Sozialarbeit im Bereich Zuwanderung EU-Südost, wird zum Wintersemester 2016/17 Lehrbeauftragter im Studiengang Angewandte Sozialwissenschaft an der Fachhochschule Dortmund. Der Kontakt zur FH ist durch die Praxis entstanden. Tahereh Agha, Professorin der Soziologie, und Barbara Morgenthaler, Lehrbeauftragte im Ruhestand, kommen gern mit Studierenden des Seminars „Migrations- und Integrationspolitik“ nach Gelsenkirchen, um soziale Theorie mit Beispielen angewandter interkultureller Arbeit zu untermauern.

„Zur Vertiefung machen wir gerne Exkursionen“, sagte Tahereh Agha zwischen zwei Happen des Mittagsbüffets, das vor einigen Tagen im Internationalen Migrantenzentrum (IMZ) in Bismarck für Studierende und Lehrende vorbereitet worden war. Zum dritten Mal waren Agah und ihre Kollegin Morgenthaler mit 20 Studenten Gäste der Awo. „Wir versuchen, unseren Studenten zu lehren, dass die Vielfalt der deutschen Gesellschaft gut ist“, so Tahereh Agah. Dabei gehe es auch darum, „dass die zukünftigen Sozialarbeiter erkennen: Wie gehen wir mit der Widersprüchlichkeit Menschenrechte und Migration um?“ Denn, sagte sie, „Sozialarbeit ist auch eine politische Haltung.“ Im Schwerpunktbereich Migrationssoziologie gelte: „Global denken, lokal handeln.“

Womit die Brücke zur Arbeit der Awo-Integrationsagentur und Admir Bulic und seinem Team gebaut wäre. „Wir stellen den Studenten vor, welche Hilfen wir in Gelsenkirchen für Menschen mit Migrationshintergrund anbieten.“ Den optischen Einstieg in diesen breit aufgestellten Angebotsbereich lieferten Ausstellungstafeln; die Inhalte der Arbeit stellte Bulic später vor. Der betonte, man könne auch ohne Migrationshintergrund interkulturelle Sozialarbeit leisten.

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