Geschichten von der schönen, blauen Emscher

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VHS, Kulturini Emscher-Lippe und Emscher-Freunde e.V. rufen zur Teilnahme am Wettbewerb auf: Menschen sollen ihre Emschergeschichte schreiben.

Gelsenkirchen.. Schmuddelbach, Köttelbecke, schwarzer Fluss: Die Emscher hatte in der Vergangenheit ein Negativimage. Heute steht das fließende Gewässer in der nach ihm benannten Region für Aufbruch und Strukturwandel, für eine neue, mindestens aber eine andere Lebensqualität entlang des Ufers. „Das Bauwerk wird Auswirkungen auf das Zusammenleben rechts und links des Flusses haben“, sagt Hans van Ooyen.

Der Schriftsteller, als gebürtiger Duisburger selbst Sohn des Reviers und Mitbegründer des Vereins „Emscher-Freunde“, steht neben der Gelsenkirchener Volkshochschule und der Kulturinitiative Emscher-Lippe (K.i.e.l.) hinter dem jetzt gestarteten Literaturwettbewerb der etwas anderen, der besonderen Art. „Mensch/Emscher – Heimkehr eines Flusses“ soll sich um den alten schwarzen, den neuen blauen Fluss und um die Menschen drehen.

Gegenwart beschreiben oder Zukunftsperspektiven entwickeln

„Wir haben nicht den Anspruch, die schreibende Profi-Liga zu motivieren“, so van Ooyen. „Es geht uns um Menschen, die hier leben und den Emscherumbruch erleben.“ Er würde gerne die Geschichten lesen von Leuten, die Erinnerungen aus der dunklen Zeit zu Papier bringen, von Reviermenschen, die Gegenwart beschreiben oder Zukunftsperspektiven entwickeln. „Es ist eine große Chance, die der Emscherumbau eröffnet, eine spannende Wandlung der Region.“ Und ein echter Kulturraum. „Wenn man Menschen erreichen will, muss man Geschichten erzählen – und am besten lässt man sie selbst erzählen.“ Der Meinung ist auch Heinz H. Meyer von K.i.e.l..

Der Oberhausener Asso-Verlag plant die Veröffentlichung mit den besten Texten. Aber die müssen ja jetzt erst einmal geschrieben werden. Ernst oder heiter, ironisch oder nachdenklich, Erlebnisse, Sichtweisen, Eindrücke, Hoffnungen, Krimis, romantische Texte oder Essays, ökologische Szenarien oder soziologische Traktate, nicht zuletzt die gute alte Reportage – etwa „Ein Tag im Klärwerk“ – Stilvielfalt und -mitteln sind keine Grenzen gesetzt.

Wer beim Literaturwettbewerb mitmachen möchte, kann seinen Beitrag bis zum 30. Juli unter Angabe des Stichworts „Mensch/Emscher“ bei Anja Herzberg vom Referat Außerschulische Bildung in der VHS, Ebertstraße 19, einreichen.

Eine Jury wählt die drei Gelsenkirchener Beiträge aus. Es winken ein Haupt- und zwei Förderpreise.

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