Gelsenkirchens ADFC ist der große Abräumer

Inge Ansahl
Die Teilnehmer der Stadtradel-Preisverleihung mit Velomobil „Günni“.
Die Teilnehmer der Stadtradel-Preisverleihung mit Velomobil „Günni“.
Foto: WAZ
Beim ersten Gelsenkirchener Stadtradeln war der von Stadtradel-StarPeter Bruckmann geführte Verein das stärkste Team. Montag gab es Preise

Gelsenkirchen. Schweißtreibendes Strampeln und Muskelkater sind Geschichte. Die meisten Teilnehmer des ersten Gelsenkirchener Stadtradelns warten auf den Startschuss zur nächsten Gemeinschaftsaktion für Umwelt, Gesundheit und Spaß, die bei der Premiere im Sommer dieses Jahres die Erwartungen weit übertroffen hat: 575 Radler und Radlerinnen legten insgesamt 171.130 Kilometer zurück und vermieden damit satte 24.642,8 Kilogramm CO2.

„Eine echter Winner-Situation“, meinte Stadtrat Dr. Manfred Beck Montagabend bei der Preisverleihung und Auszeichnung der besten Teams und Einzelradler. „Ich hoffe, dass das keine Eintagsfliege war und wir auch den nachhaltigen Aspekt erzielen.“

2014 vielleicht als Ruhrmetropole am Start?

Werner Rybarski vom aGEnda21-Büro, der gemeinsam mit Georg Nesselhauf vom Referat Umwelt für die Organisation verantwortlich zeichnete, sparte im Konferenzraum der Flora nicht mit Lob für alle Teilnehmer – wovon indes nur äußerst wenige gekommen waren. „Was sie geleistet haben, war großartig“, sagte Rybarski. Und gab gleich einen kleinen Ausblick. Man denke mit dem Regionalverband Ruhr darüber nach, beim Stadtradeln 2014 in einem Städteverbund als Ruhrmetropole anzutreten, was unter dem Strich zu einem ganz anderen Ergebnis führe. Unabhängig davon sagte Rybarski: „Wir wollen das Fahrrad in dieser Stadt nach vorne bringen.“ Es gehe also auf jeden Fall weiter. Ein Garant dafür: Das Projekt „Gut gemischt mobil“, bei dem es bekanntlich um den schlauen Fortbewegungsmix geht.

Die großen Abräumer beim Stadtradeln waren die Mitglieder des Teams ADFC. Die in der Kategorie „Teams mit den meisten Radkilometern pro Kopf“ 200 Euro und mit Platz 1 in der Kategorie „Team mit den meisten Radkilometern“ noch einmal 300 Euro kassierten. „Das Preisgeld werden wir gemeinsam verjubeln, weil wir den Preis ja gemeinsam erradelt haben“, kündigte ADFC-Vorsitzender und Stadtradel-Star Peter Bruckmann an. Er war der einzige Teilnehmer, der seinen Autoschlüssel abgegeben hatte, um drei Wochen lang zu radeln bzw. sich mit VRR-Ticket fortzubewegen.

Mit 1638 Kilometern ging Joachim Herrmann vom Team Sparkasse GE in der Preisgruppe „Radler mit den meisten Einzelkilometern“ in Führung. Er erhielt dafür zwei Jahreskarten für die Zoom Erlebniswelt – und nahm Montagabend auch den Preis für das zweitbeste Team entgegen: 200 Euro. Dritter Team-Vertreter im Gewinner-Trio war VHS-Leiter Michael Salisch, der 100 Euro für das Radelteam 43 Außerschulische Bildung entgegen nahm. Gewandet in ein strahlen weißes Stadtradel-T-Shirt.

Ein GGler radelt seine Kilometer mit Velomobil „Günni“ ab

„Toll, dass du als Stadtverordneter über 600 Kilometer in dieser Zeit geradelt bist.“ Mit diesen Worten richtete sich Stadtrat Beck an SPD-Fraktionsvorsitzenden Dr. Klaus Haertel, der sich beim Stadtradeln von seiner sportlichen Seite gezeigt hatte. Das wurde urkundlich anerkannt. Jüngste im Bund der Preisträger war Lisa-Marie Günther (14). In der Kategorie „U 18-Team mit den meisten Radkilometern“ nahm sie den mit 100 Euro dotierten zweiten Preis entgegen. Der Teenager war Team-Kapitänin des Internationalen Mädchengartens. Hier habe Leiterin Renate Janßen von der Aktion Stadtradeln erzählt. „Ich fand das gut, weil ich sowieso gern Fahrrad fahre.“ Wenn die Aktion wiederholt wird, ist Lisa-Marie wieder dabei.

Blieben das fünfköpfige Team GGler (Gelsenkirchener Geschichten), das mit Liegerädern teilgenommen hatte. Ulrich Krauß nahm die 50 Euro für die kleinste Gruppe der Teams mit den meisten Radkilometern pro Kopf entgegen. Und GGler Günter Beiten trug abschließend mit seinem ganz speziellen Gefährt zur Fotogestaltung bei: Mit seinem gelben Velomobil, das auf den Namen „Günni“ getauft ist, macht Beiten die meisten Radkilometer.