Gelsenkirchener wird vom Barkeeper zum App-Entwickler

Es ist angerichtet: Rado Dymek  hat mit Partnern eine Gastro-App entwickelt.
Es ist angerichtet: Rado Dymek hat mit Partnern eine Gastro-App entwickelt.
Foto: Felix zur Nieden
Rado Dymek aus Gelsenkirchen-Buer hat gemeinsam mit zwei Partnern aus Marl und München eine App für den Gastro-Bereich entwickelt.

Gelsenkirchen.. Rado Dymek ist ein Typ, der es liebt, Dinge auszuprobieren. „Machen, machen, einfach mal machen“, sagt der 40-Jährige aus Buer in nicht ganz akzentfreiem Deutsch. Er lacht viel und laut, seine stylische pechschwarze Baseball-Kappe hebt sich dabei immer ein kleines Stück von seinem Kopf ab. Dabei wirkt der gebürtige Pole alles andere als abgehoben. Ein sehr bodenständiger, ein anständiger Typ ist er, dem vor ziemlich genau zwölf Jahren quasi gar keine andere Wahl blieb, als einfach mal zu machen.

2004 kam der heute 40-Jährige mit seiner Frau und dem damals fünfjährigen Sohn aus Polen nach Deutschland. Ohne Sprachkenntnisse, ohne Kontakte, ohne Geld. Dafür mit großem Willen und Engagement. Zwar studierte Dymek in Polen Maschinenbau, fand aber dort in dieser Branche keinen Job und hielt sich deshalb mit Barkeeper-Jobs in Diskotheken über Wasser. In Gelsenkirchen hat er sein erstes Geld als selbstständiger Trockenbauer und Fliesenleger verdient, seine Arbeit hat er in Zeitungsannoncen angeboten. Mittlerweile kann der Geschäftsführer auf acht Mitarbeiter zurückgreifen. Parallel ist Rado Dymek Designer exklusiver Holztische und seit April des vergangenen Jahres ist er einer von drei Gründern der airbons GmbH. Und somit einer von drei Machern sozusagen.

... und dann am Glücksrad drehen

Airbons ist eine Cashback-App für Restaurantbesuche und soll eine Win-Win-Situation für Gäste und Gastronomen gleichermaßen herstellen. „Ist ganz einfach“, sagt Dymek und zieht sein Smartphone aus der Tasche. „Die airbons-App öffnen, Bon einscannen, am Glücksrad drehen und mit etwas Glück gewinnen. Man freut sich also neuerdings, wenn es ans Bezahlen geht“, sagt er. Soweit die Vorteile für den Besucher. Der Gastronom hingegen lernt seine Kundenstruktur besser kennen und kann die airbons-App gezielt als neues Werbe-Medium einsetzen.

Vor einem Dreivierteljahr ging die Gastro-App an den Start, seit Januar können auch Android-User das Programm auf ihren Smartphones nutzen. Inzwischen haben Dymek und seine Geschäftspartner schon mehr als 10.000 Menschen überzeugen können. Hunderte Restaurantbesucher versuchen täglich, ihre Gewinnchance zu nutzen, indem sie am Glücksrad drehen.

Partner aus Marl und München

Mit seinen Partnern Tobias Tadysiak aus Marl und Simon Cordes aus München trifft sich der Bueraner regelmäßig, um die App weiter zu pushen. Wenn es sein muss, sogar um vier Uhr nachts in der schmucken Firmen-Halle am Schlesischen Ring. „Wenn wir eine Idee haben, dann haben wir keine Zeit zu verlieren“, sagt Dymek. Simon Cordes wird dann aus München über das Internet zugeschaltet. So geschah es auch vor der offiziellen Firmengründung im August 2015. Nach einer von vielen schlaflosen Nächten.

Mit der McDonalds-Filiale in Haltern am See haben die Airbons-Erfinder einen Testpartner gefunden. Wer an der Marler Straße im Ortsteil Bossendorf seinen Burger isst, kann bares Geld sparen. Auch die Kunden der Filiale in Marl profitieren von den Vorteilen. Erst im vergangenen Monat hat Rado Dymek das airbons-Konzept auf der Internorga in Hamburg, einer großen Gastronomie-Messe, vorgestellt und die Gelegenheit genutzt, vielen Gastronomen und Branchenexperten die App schmackhaft zu machen. „Wir haben viel positives Feedback bekommen“, sagt er.

Der Cashback-Highscore, den es von airbons zurückgab, liegt übrigens bei 176 Euro. Aufgestellt im Düsseldorfer Restaurant Zum Schiffchen. Rado Dymek ist sicher, dass dieser noch in diesem Monat geknackt wird. Was man dafür tun muss? Natürlich erstmal was essen. Und danach machen, einfach mal machen. So wie Rado Dymek.

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