Gelsenkirchener Schüler auf den Spuren von Giacometti

Die Zweitklässler der Wiehagenschule in der Gelsenkirchener Neustadt haben sich von dem Besuch einer Giacometti-Ausstellung zu eigenen Skulpturen inspirieren lassen.
Die Zweitklässler der Wiehagenschule in der Gelsenkirchener Neustadt haben sich von dem Besuch einer Giacometti-Ausstellung zu eigenen Skulpturen inspirieren lassen.
Foto: Foto: Martin Möller / Funke Fot
Seine ausgefallenen Skulpturen haben den Schweizer Künstler Alberto Giacometti einst berühmt gemacht. Schüler der Wiehagenschule haben sich inspirieren lassen.

Gelsenkirchen. Er zählt zu den bedeutendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts, seine wie ausgemergelt wirkenden Körperskulpturen, die er in der Nachkriegszeit schuf, wurden schnell zu seinem Markenzeichen: Der Schweizer Alberto Giacometti hat weit über seine Landesgrenzen hinaus Spuren hinterlassen.

Faszinierende Skulpturen

Die Faszination hält bis heute an – und hat jetzt auch die Zweit- und Drittklässler der Wiehagenschule an der Josefstraße in der Neustadt erfasst.

„Unsere Klasse 2c hat im Januar einen Ausflug zum Picasso-Museum nach Münster gemacht und dort die Giacometti-Ausstellung besucht“, erzählt Kunstlehrerin Sabine Szczotok. Nach einem Besuch der Ausstellung durften die Grundschüler im Museum eigene Skulpturen basteln: Mit Draht, Styropor und Modelliermasse.

Als sie diese Mini-Skulpturen mit nach Gelsenkirchen brachten, fingen auch ihre Mitschüler der Parallelklassen und der dritten Klasse Feuer. „So haben wir dann hier im Kunstunterricht weitere Skulpturen erstellt – und nicht nur die Menschenkörper, sondern auch die berühmte Katze von Giacometti aus dem Jahr 1951“, merkt Sabine Szczotok an.

Den Schülern hat die intensive Auseinandersetzung mit dem Werk des Künstlers augenscheinlich viel Spaß bereitet. „Ich fand den Ausflug nach Münster richtig spannend, und die Ausstellung war echt lustig, einige Skulpturen sahen wie Löffel aus“, berichtet Sufran (8) schmunzelnd. Nach ihrer Rückkehr hielten die Schüler ihre Erlebnisse und ihre Eindrücke von der Klassenfahrt in einem selbstgebastelten Erinnerungsalbum fest.

Mohamed (7) erklärt beim Durchblättern: „Ich finde aber schon, dass die Männchen ein bisschen komisch aussehen, weil die so dünn sind. Aber das Basteln im Museum in Münster hat mir sehr viel Spaß gemacht. das war cool!“

„Die Skulpturen sehen zwar zerbrechlich aus, die gehen aber gar nicht so schnell kaputt“, sagt die siebenjährige Sabije – und zaubert eine bunte CD aus ihrer Schultasche hervor.

Kinetische Kunstwerke

Diese CDs haben die Schüler nämlich am Donnerstag bei einem Besuch des Gelsenkirchener Kunstmuseums an der Horster Straße gebastelt. „Da kommt noch eine bunte Murmel dran, und dann kann man das alles in Bewegung setzen“, erklärt die Siebenjährige das handgearbeitete Kunstwerk, das nach dem Besuch in der Gelsenkirchener Kinetikabteilung entstanden ist.

Ihr Mitschüler Amar (7) zieht sogar den direkten Vergleich: „Mir hat es im Gelsenkirchener Museum viel besser gefallen als in Münster. Denn hier durfte man so viel anfassen. Und die Kunst war auch sehr viel bunter.“

Drei Stunden Kunstunterricht erhalten die Schüler an der Wiehagenschule pro Woche. Und die ganze Klasse freut sich jetzt schon auf den nächsten Ausflug. . .

Wer sich die Schülerarbeiten und die entsprechenden Kataloge dazu einmal anschauen will, hat vormittags an den Werktagen dazu Gelegenheit: Die Ausstellung in der zweiten Etage der Wiehagenschule an der Josefstraße 28 ist frei zugänglich.


64 von Giacometti inspirierte Skulpturen – vom „Fallenden Mann“ bis zur „Katze“ sind hier nebeneinander ausgestellt.

 
 

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