Gelsenkirchener Musiker will zum Eurovision Songcontest

Patrick Schleu
In dem Lied „Wann wird’s endlich Frühling?“ schlüpft Dr. Stolzenfelz, bürgerlich Norbert Labatzki, in die Rolle eines Obdachlosen. Für den Eurovision Songcontest in Wien hat er sich nun beworben.
In dem Lied „Wann wird’s endlich Frühling?“ schlüpft Dr. Stolzenfelz, bürgerlich Norbert Labatzki, in die Rolle eines Obdachlosen. Für den Eurovision Songcontest in Wien hat er sich nun beworben.
Foto: WAZ FotoPool
Statt wie früher auf Provokation, setzt der 53-jährige Norbert Labatzki mit seiner Kunstfigur Dr. Stolzenfelz auf Botschaften. Mit dem Lied „Wann wird’s endlich Frühling?“ greift Labatzki die Problematik von Obdachlosigkeit auf und will beim ESC in Wien antreten. Das neue Album kommt jetzt raus.

Gelsenkirchen. Zehn Jahre hatte Dr. Stolzenfelz kein Tonstudio von Innen gesehen. Jetzt bringt der Musiker sein zweites Album in kurzer Zeit heraus. Auch auf der Bühne hat Norbert Labatzki mit dem Alter Ego Dr. Stolzenfelz viel vor. Der Doc will zum Eurovision Songcontest und die deutschen Farben in Wien vertreten. Aber Achtung: Tiere und nackte Haut sind beim ESC streng verboten.

Als selbst ernannter Hobby-Gynäkologe, Mitbegründer des legendären Filmclubs „Proll 7“ oder als Komponist von großkalibrigen Liedern wie „Ficki Ficki“ bringt Norbert Labatzki alias Dr. Stolzenfelz die besten Voraussetzungen für einen glanzvollen Auftritt beim Eurovision Songcontest mit. In einer Ahnengalerie mit Gildo Horn oder Stefan Raab will Labatzki aber gar nicht landen.

„Das ist der alte Stolzenfelz, Lack und Leder sind Vergangenheit“, sagt der 53-Jährige, der in seiner wildesten Zeit auch schon leicht bis gar nicht bekleidet auf der Bühne oder als Schäferhund auf Raststätten zu bestaunen war. Im Bewerbungssong für den ESC geht es um ein ernstes Thema. In „Wann wird es endlich Frühling?“ schlüpft Stolzenfelz in die Rolle eines Obdachlosen. Das Musikvideo, das auf der Bahnhofstraße spielt, gibt es auf Youtube. Für seine Aktion Straßenfeuer, die sich dem Problem der Obdachlosigkeit widmet, wurde Labatzki jüngst vom Bundespräsidenten eingeladen. Die direkte Botschaft sei dem Künstler mittlerweile wichtiger als Provokation. Ab Mittwoch ist nun die neue CD „Der Mann mit dem Holzbein“ für 15 Euro erhältlich.

Stücke sind vom französichen Chanson geprägt

Zwölf ruhige, teils melancholische Lieder hat das Multitalent geschrieben und mit einem dutzend Musiker eingespielt. Musikalisch knüpft er an den Vorgänger „Alles dreht sich“ an, „aber die Musik ist eher was für romantische Winterabende“, so Norbert Labatzki.

Akkordeon, Geige und Cello tragen die Stücke. Bissig und gemein kommt nur der Titelsong „Der Mann mit dem Holzbein“ daher. Labatzki: „Die Botschaft ist, dass man nicht blind jeder Mode und Herde hinterher rennt.“ Besagter Mann ziert das Cover, das wie der beiliegende Gedichtband von Susanne Kampling bebildert wurde. Für das neue Album gebe es viele Anfragen, so Labatzki. Wie der Vorgänger sind die Stücke vom französischen Chansons geprägt. „Alle Titel sind persönlich und selbst erlebt“, so Labatzki. Er habe sich auf die Suche nach wahren Werten begeben und stellt Fragen, die ihn beschäftigen.

Damit es mit der ESC-Bewerbung klappt, kann bald im Internet für Stolzenfelz’ Teilnahme am Songcontest in Wien gevotet werden. Die CD und weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.stolzenfelz.de