Gelsenkirchener Künstler Jürgen Schimanek ist gestorben

Der Gelsenkirchener Künstler Jürgen Schimanek verstarb im Alter von 75 Jahren.
Der Gelsenkirchener Künstler Jürgen Schimanek verstarb im Alter von 75 Jahren.
Foto: WAZ
Exzentrisch war Jürgen Schimanek auf eine bewundernswerte Art. Schon sein Outfit war ungewöhnlich: Auch im Winter radelte in kurzen Hosen durch die Stadt. Nun starb der Journalist, Buchautor und bildende Künstler am vergangenen Samstag, am 1. November, in Gelsenkirchen. Er wurde 75 Jahre alt.

Gelsenkirchen.. Exzentrisch war Jürgen Schimanek auf eine bewundernswerte Art. Schon sein Outfit war ungewöhnlich: Auch im Winter radelte in kurzen Hosen durch die Stadt. Nun starb der Journalist, Buchautor und bildende Künstler am vergangenen Samstag, am 1. November, in Gelsenkirchen. Er wurde 75 Jahre alt.

Schimanek, gebürtig aus Münster, studierte Modedesign, Komposition und Malerei. Fast 20 Jahre lebte er im Ausland, arbeitete für den WDR. Aus dieser Zeit stammen auch die Erfahrungen, die er später in seinem Debut-Roman „Negerweiß. Deutsches Fernsehtraining in Afrika in 99 Einstellungen“ verarbeitete. Er äußerte darin eine deutliche Kritik an hoch dotierten Entwicklungshilfe-Projekten, die den Vertretern des Geberlandes, nicht aber der heimischen Bevölkerung zugute kamen.

„Gedichte in Butterbrotdosen“

1988 ließ sich Schimanek in Gelsenkirchen nieder, wo er seine „Fegefeuer Press“ gründete, in der zahlreiche seiner „Gedichtobjekte“ erschienen. Er war ein kluger Exzentriker, führte eigene Kompositionen und Performances auf, brachte seine „Gedichte in Butterbrotdosen“ ins Rathaus. Dort wäre er gerne als Oberbürgermeister eingezogen. 1999 kandierte er als Parteiloser gegen Oliver Wittke (CDU) und Dr. Klaus Haertel (SPD).

Der Verstorbene ist im Bestattungsinstitut Münstermann aufgebahrt. Dort liegt ein Kondolenzbuch aus (täglich, 9 bis 17 Uhr). Sein Leichnam wird in den Niederlanden eingeäschert, dort seine Asche verstreut. So hatte es sich der Weltenbürger gewünscht. Sein Nachlass geht ins Landesarchiv Münster/W.

 
 

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